Landing Page

Auch: Landing Page, Landingpage, Zielseite, LP

Eine in sich geschlossene Seite mit genau einem Ziel — ohne Hauptnavigation, ohne Ablenkung, allein darauf gebaut, dass Besucher eine bestimmte Handlung ausführen.

Kategorie: Funnel & Online-Marketing (Klassiker) Autor: Pereta

Kern-Logik

Der Begriff wurde mit der Welle bezahlter Suchmaschinenwerbung ab Mitte der 2000er kanonisiert; die Wurzeln reichen weiter zurück, ins klassische Direktmarketing.

Die übliche Website ist vielseitig: Sie informiert, repräsentiert, bindet und soll nebenbei auch verkaufen. Mehrere Ziele, viele Seiten, breite Navigation. Eine Landing Page opfert alles andere für ein einziges Ziel. Die Grundregel lautet: eine Seite, ein Ziel.

Fünf Gestaltungsprinzipien tragen das:

  1. Keine Hauptnavigation — oder minimal, nur Logo und Pflichtangaben im Fuß. Jeder Klick weg vom Ziel ist verlorenes Potenzial.
  2. Ein Handlungsaufruf — höchstens einmal wiederholt. Zwei konkurrierende Aufrufe halbieren nicht die Wirkung, sie zerstören sie.
  3. Botschaftsgleichheit — die Überschrift muss wörtlich zu dem passen, was den Klick ausgelöst hat. Wer für „Handwerker-Website in 4 Wochen" wirbt und auf einer Seite mit „Moderne Digitalagentur" landet, verliert einen erheblichen Teil der Besucher in den ersten drei Sekunden.
  4. Der Haken im sichtbaren Bereich — Überschrift, Unterzeile, Bild und Handlungsaufruf müssen ohne Scrollen sichtbar sein.
  5. Belege und Risikoumkehr — Kundenstimmen, Garantien, Nachweise an der Stelle, an der die Entscheidung fällt.

Der ökonomische Unterschied ist der eigentliche Punkt: Eine allgemeine Startseite wandelt bezahlten Traffic im niedrigen einstelligen Prozentbereich um, eine gute Landing Page ein Vielfaches davon. Das ist der Unterschied zwischen Werbebudget verbrennen und Werbebudget skalieren.

Die vier Typen

Typ Ziel Aufbau
Kontaktseite Adresse oder Anfrage sammeln Kurz, ein Formular, ein Anreiz
Vorschaltseite Aufwärmen vor dem eigentlichen Kauf Mittellang, Nutzen, dann Handlungsaufruf
Lange Verkaufsseite Direkter Kauf im höheren Preissegment Sehr lang: Geschichte, Beleg, Preis-Aufbau
Squeeze Page Ausschließlich Anmeldung Sehr kurz: Anreiz und Formular, sonst nichts

Konkrete Anwendungen

Für KMU-Kunden, die Suchmaschinen- oder Social-Media-Werbung schalten, ist die Landing Page die wichtigste Einzelleistung überhaupt.

Der häufigste und teuerste Fehler: Anzeigen auf die Startseite schalten statt auf eine eigene Zielseite. Damit lässt sich zuverlässig jedes Werbebudget vernichten — der Besucher landet auf einer Seite, die ihm alles anbietet außer genau das, wonach er gesucht hat.

Als Standardleistung pro Kampagne: mindestens eine eigene Seite mit suchbegriffgenauer Überschrift, reduzierter Navigation und einem klaren Handlungsaufruf.

Auch für die eigene Akquise gilt das. Statt einer allgemeinen Leistungsseite lieber drei Zielseiten — „Website für Handwerksbetriebe", „Website für Industriezulieferer", „Website für Beratungsunternehmen" —, jede mit eigener Überschrift, passenden Referenzen und eigenen Paketpreisen. Der Aufwand ist überschaubar, der Unterschied in der Anfragequalität erheblich.

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Navigation stehen lassen. Jeder zusätzliche Ausgang wird genutzt.
  2. Mehrere Handlungsaufrufe. „Kontakt aufnehmen", „Newsletter abonnieren", „mehr erfahren" auf einer Seite heißt: Der Besucher entscheidet sich für nichts davon.
  3. Botschaftsbruch zwischen Anzeige und Seite. Der teuerste Fehler, weil er unsichtbar ist — die Zahlen sinken, ohne dass die Ursache in der Statistik auftaucht.

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