A/B-Testing

Auch: A/B-Test, Split-Test, A/B/n-Test, Multivariates Testing, Conversion-Testing

Der methodisch saubere Vergleich zweier oder mehrerer Varianten einer Seite, Anzeige oder E-Mail: Besucher werden zufällig auf die Varianten verteilt, und die bessere Conversion-Rate entscheidet — Meinung wird durch Messung ersetzt.

Kategorie: Conversion & Experimentation Autor: Pereta

Kern-Logik

Statt zu diskutieren, welche Überschrift, welche Knopf-Farbe oder welcher Aufruf besser wirkt, wird es empirisch getestet. Die Grundlage ist die statistische Versuchsplanung — das randomisierte, kontrollierte Experiment. Der Aufbau:

  1. Hypothese formulieren (etwa: „Eine konkretere Überschrift erhöht die Conversion-Rate um mindestens 20 Prozent").
  2. Variante A (Original) und Variante B (Veränderung) parallel laufen lassen.
  3. Besucher zufällig auf beide Varianten verteilen.
  4. Laufen lassen, bis statistische Signifikanz erreicht ist — üblich sind 95 oder 99 Prozent Konfidenz.
  5. Gewinner ausrollen oder Hypothese verwerfen.

Damit Tests belastbar bleiben, braucht es einen sauberen operativen Prozess:

Die klassischen Stolperfallen: zu früh stoppen (bei noch nicht signifikanten Daten entstehen Falsch-Positive — die Stichprobengröße gehört vorher berechnet) und das Verwechseln von Segment- und Gesamteffekt (getrennt gewinnt B, insgesamt A, weil die Segmente ungleich besetzt sind).

Ökonomisch ist A/B-Testing der Ehrlichkeitskompass des Marketings: Ohne ihn entscheidet die Meinung der ranghöchsten Person, mit ihm entscheidet die Zahl.

Typische Test-Kandidaten

Element Hebel Typischer Gewinn
Überschrift Resonanz in den ersten Sekunden 10–30 % Conversion
Hauptbild emotionale Kopplung 5–20 %
Knopf-Text Klarheit des Aufrufs 5–15 %
weniger Formularfelder weniger Reibung 10–40 %
Preis-Darstellung Ankereffekt der Wahrnehmung 5–25 %
Vertrauensbeweis über/unter der Falz Timing des Vertrauens 5–15 %

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Zu früh auswerten. Ohne vorab berechnete Stichprobengröße entstehen Scheinsieger.
  2. Mehrere Dinge gleichzeitig ändern. Dann ist der Gewinner nicht erklärbar.
  3. Ohne begründete Hypothese testen. „Mal schauen" liefert Rauschen statt Erkenntnis.

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