Zielgruppen-Avatar

Auch: Zielgruppen-Avatar, Kunden-Avatar, Buyer Persona, Idealkunden-Profil

Ein Avatar ist kein Steckbrief mit Alter und Hobbys, sondern die Beschreibung einer Person mit einem Problem — so konkret, dass man beim Schreiben weiß, zu wem man spricht.

Kategorie: Positionierung Autor: Pereta

Kern-Logik

Der Avatar löst ein handwerkliches Problem: Man kann nicht zu einer Zielgruppe sprechen, nur zu einem Menschen. Texte, die an „Handwerksbetriebe" gerichtet sind, klingen wie Behördenpost. Texte, die an einen Betriebsinhaber gerichtet sind, klingen wie ein Gespräch.

Der häufigste Fehler ist dabei die Demografie-Falle: Alter, Geschlecht, Wohnort, Familienstand, Hobbys. Diese Angaben füllen ein Formular, aber sie sagen nichts darüber, warum jemand kauft. Ein 52-jähriger Betriebsinhaber mit zwei Kindern und ein 34-jähriger ohne kaufen aus demselben Grund — weil die Auftragslage schwankt und sie das nicht mehr wollen.

Was einen Avatar brauchbar macht, sind vier Dinge:

Element Frage
Situation In welcher Lage steckt er gerade konkret?
Problem Was hält ihn nachts wach — in seinen Worten?
Bisherige Versuche Was hat er schon probiert, und warum hat es nicht funktioniert?
Einwände Was spricht aus seiner Sicht gegen die Lösung?

Der stärkste Teil ist der dritte: Wer weiß, was der Kunde schon erfolglos versucht hat, kennt seine Skepsis — und kann sie ansprechen, bevor sie zum Einwand wird (siehe lex-weltmodell-uebereinstimmung).

Die Quelle ist nicht die Fantasie, sondern das Gespräch. Ein Avatar, der am Schreibtisch erfunden wurde, spiegelt die Annahmen des Anbieters. Ein Avatar aus fünf echten Kundengesprächen spiegelt den Markt. Der Unterschied ist der zwischen einem Text, der plausibel klingt, und einem, der trifft.

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Demografie statt Motivation. Alter und Hobbys ändern nichts an der Ansprache. Situation und Problem tun es.
  2. Den Avatar erfinden. Am Schreibtisch entsteht ein Wunschkunde, kein echter. Fünf Gespräche schlagen jede Vorlage.
  3. Zu viele Avatare. Wer sechs Profile pflegt, schreibt am Ende wieder für alle — also für niemanden.
  4. Einmal anlegen und nie anfassen. Der Avatar veraltet mit dem Markt. Einmal im Jahr gegen die realen letzten zehn Kunden prüfen.
  5. Den Avatar nicht benutzen. Ein Profil in der Schublade ändert keinen einzigen Satz.

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