Sechs Hotfixes für Kundensprache

Auch: Sechs Hotfixes für Kundensprache, 6 Hotfixes, Kundensprache-Hotfixes

Sechs sofort anwendbare Techniken, um aus der Experten-Perspektive auszubrechen und in der Sprache des Kunden zu kommunizieren — das Gegenmittel zum Elfenbeinturm-Effekt.

Kategorie: Content Autor: Pereta

Kern-Logik

Grundlage ist die Unterscheidung aus lex-zivilisten-veteranen: Der Anbieter ist Veteran seiner Nische, der Kunde ist Zivilist. Zwischen beiden liegt ein Sprachgraben, der für einen Großteil schwacher Conversion verantwortlich ist. Die sechs Hotfixes sind die praktischen Werkzeuge, um aus dem Veteranen-Modus herauszukommen.

Die sechs Hotfixes:

  1. Nicht im Detail über die Lösung sprechen. Der Content muss zur Bewusstseinsstufe passen: Anzeigen zeigen die Chance, Content den Prozess grob, Details gehören ins Einzelgespräch. Zu frühe Details verschrecken die große Mehrheit, die noch nicht einmal weiß, dass eine Lösung existiert.
  2. Einfache Bilder für komplexe Themen. Statt Fachbegriffen bildhafte Analogien aus dem Alltag der Zielgruppe. Der Kunde ist Laie und braucht Bilder, keine Fachtermini.
  3. „Erkläre es einem Kind." Jedes Angebot so erklären, dass ein Kind es verstehen könnte. Wer das nicht kann, hat sein eigenes Angebot nicht scharf genug durchdacht.
  4. Die „10 Ideen zurück"-Übung. Rückwärts denken: von der fertigen Kaufentscheidung zehn gedankliche Schritte zurück zum Problem. So entsteht eine lückenlose Argumentation, die auch völlig unbedarfte Interessenten abholt.
  5. Zielgruppe befragen und die Antworten verwenden. Keine Agentursprache, sondern echte O-Töne im exakten Wortlaut einsammeln und im Text verwenden. Die Umgangssprache der Nische schlägt jede Copywriter-Formulierung.
  6. Werbetexte sprechen, nicht schreiben. Laut aufnehmen, dann transkribieren. Gesprochene Texte klingen natürlich, geschriebene klingen nach Agentur.

Die produktive Reihenfolge: Hotfix 5 (befragen) als Input → Hotfix 4 (10 Ideen zurück) als Struktur → Hotfix 6 (sprechen) als Produktion → Hotfixes 1–3 als Qualitätskontrolle.

Der Leitsatz dahinter: Man muss es den Leuten super, super simpel machen, die eigenen Sachen zu konsumieren.

Beispiel

Veteranen-Text (falsch): „Wir optimieren Ihre Webpräsenz mit Core Web Vitals, semantischem HTML5 und responsivem Grid-System auf Basis einer headless Content-Delivery-Architektur."

Hotfix-Durchlauf: Hotfix 1 entfernt die Fachbegriffe. Hotfix 2 ersetzt „semantisches HTML" durch „Google versteht Ihre Seite so gut wie ein Mensch". Hotfix 5 liefert den O-Ton aus echten Gesprächen („Meine alte Seite sah aus wie 2008"). Hotfix 6 produziert den Text als 2-Minuten-Aufnahme, die anschließend transkribiert wird.

Ergebnis: „Ihre Website ist Ihr Schaufenster im Internet. Sieht sie alt aus, klicken Kunden weiter. Wirkt sie einladend, rufen sie an. Wir machen aus Ihrer Seite ein Schaufenster, an dem niemand vorbeigeht — ohne dass Sie sich um Technik kümmern müssen."

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Hotfix 1 ignorieren. Alle Details auf die Landing-Page packen — das verschreckt genau die Interessenten, die man gewinnen will.
  2. Hotfix 5 überspringen und selbst formulieren. Glatte Texte, die niemanden treffen.
  3. Hotfix 6 durch Schreiben ersetzen. Direktes Schreiben ist Agentur-Modus. Erst sprechen, dann transkribieren.
  4. Einzelne Hotfixes isoliert anwenden. Die Kette 5 → 4 → 6 → 1–3 ist der eigentliche Mechanismus.

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