Tripwire-Zwischenstufe
Auch: Tripwire, Stolperdraht, Eisbrecher-Angebot, Kennenlernangebot
Ein Tripwire verdient kein Geld — er verwandelt Leser in Käufer. Und Käufer kaufen um ein Vielfaches wahrscheinlicher wieder.
Kategorie: Funnel Autor: Pereta
Kern-Logik
Der Tripwire ist kein Umsatz-Instrument, sondern ein Katalysator: ein sehr günstiges Einstiegsangebot — typischerweise 20 bis 70 Euro, manchmal nur ein symbolischer Betrag —, das direkt nach der Eintragung angeboten wird. Sein Zweck ist, den Leser über die psychologische Schwelle „noch nie gekauft" → „schon einmal gekauft" zu schieben.
Der zentrale Befund dahinter: Wer einmal gekauft hat — und sei es nur für ein paar Euro Versandkosten —, kauft mit einem Vielfachen der Wahrscheinlichkeit erneut verglichen mit jemandem, der noch nie gekauft hat.
Drei Funktionen:
- Psychologische Schwelle. Der Erstkauf bricht das Eis. Die nächste Entscheidung ist keine Grundsatzfrage mehr, sondern nur noch eine Frage der Größenordnung.
- Commitment. Wer bezahlt hat, ist investiert und konsumiert den Inhalt intensiver — der Wert steigt in seiner Wahrnehmung genau deshalb, weil er dafür bezahlt hat.
- Qualifizierung. Wer zahlt, ist echte Zielgruppe. Der Funnel filtert automatisch auf Kaufbereitschaft.
Der Tripwire ist also kein Profitcenter, sondern eine Senkung der Aktivierungsenergie. Der eigentliche Gewinn entsteht im Anschlussangebot dahinter.
Varianten
- Produkt-Tripwire — Mini-Kurs, Checkliste, kleines Buch für 20–70 Euro.
- Gratis plus Versand — das Produkt kostenlos, es fallen nur Versandkosten an (siehe lex-free-plus-shipping).
- Fallstudie als Ersatz — kein Geld, aber ein Zeit-Einsatz durch ein längeres Video. Ersetzt das finanzielle Commitment durch ein zeitliches, wenn kein passendes Kleinprodukt existiert.
Faustregel Preisabstand
Das Hauptangebot liegt typischerweise beim 30- bis 100-Fachen des Tripwires. Dazwischen können ein Zusatzangebot und ein Gewinn-Maximierer liegen.
| Tripwire | Hauptangebot |
|---|---|
| 50 EUR (Mini-Kurs) | 1.500–5.000 EUR (Kurs, Programm) |
| 97 EUR (Audit-Leitfaden) | 5.000–15.000 EUR (Projektleistung) |
Konkrete Anwendungen
- Handwerks-/Industrie-KMU (Pereta-ICP), übertragbare Variante: Ein „Website-Analyse-Leitfaden" für 47 Euro oder eine „Conversion-Checkliste mit Video-Durchgang" für 97 Euro. Wer das kauft, landet als qualifizierter Lead im Strategiegespräch — mit deutlich höherer Abschlusswahrscheinlichkeit als ein reiner Newsletter-Kontakt.
- Als Diagnosewerkzeug: Hohe Eintragungsquote, aber niedrige Kaufquote im Hauptangebot? Genau dort gehört eine Zwischenstufe hinein.
- Qualität ist Pflicht: Der Tripwire muss für sich genommen echten Wert liefern. Er ist die erste Arbeitsprobe — und entscheidet, ob das teure Angebot dahinter überhaupt eine Chance bekommt.
Wann einsetzen?
- In jedem Funnel mit erklärungsbedürftigem, hochpreisigem Hauptangebot.
- Nicht im klassischen Onlinehandel — dort greift der Direktverkauf.
- Erst dann, wenn das Anschlussangebot steht. Ein Tripwire ohne Fortsetzung sammelt Kleinbeträge und verbrennt Aufmerksamkeit.
Häufige Fehler
- Schlechter Inhalt im Tripwire. Erzeugt Enttäuschung statt Commitment — und damit das exakte Gegenteil des gewünschten Effekts.
- Gewinn im Frontend erwarten. Wer den Tripwire an der Marge misst, zerstört seine Funktion. Gemessen wird er an der Käufer-Quote, nicht am Deckungsbeitrag.
- Kein Anschlussangebot nach dem Kauf. Direkt nach dem Kauf ist die Kaufbereitschaft am höchsten. Ohne Fortsetzung verpufft genau dieses Momentum.
- Preis zu hoch ansetzen. Ab einer gewissen Höhe wird der Tripwire wieder zur Grundsatzentscheidung — und verliert seinen einzigen Zweck.
Verwandte Einträge
- lex-free-plus-shipping — die physische Variante
- lex-upsell-drei-regeln — was direkt nach dem Kauf folgen muss
- lex-drei-stufen-fallstudien-funnel — die produktlose Alternative
- lex-hunderttausend-funnel — der Tripwire als Stellschraube im Gesamtsystem
- lex-squeeze-page — die Seite davor