Der 100k-Funnel
Auch: 100k-Funnel, 10k-Monat-Funnel, Produkt-Verkauf-Liste-Traffic
Der Minimal-Funnel für Content-Unternehmer mit 10.000 € Monatsziel: Geplant wird von unten nach oben — Produkt zuerst. Gebaut wird von oben nach unten — Traffic zuerst. Wer diese beiden Reihenfolgen verwechselt, optimiert am falschen Hebel.
Kategorie: Funnel / Content-Business Autor: Pereta
Kern-Logik
Der komplette Online-Funnel lässt sich auf vier Stufen reduzieren. Für 10.000 € Monatsumsatz braucht es nicht mehr — aber die Reihenfolge, in der man sie plant, ist umgekehrt zu der, in der man sie baut.
Stufe 1 — Produkt (wird zuerst geplant). Das Produkt muss rechnerisch überhaupt 10.000 € im Monat tragen können. Ein 19-€-Angebot braucht dafür 500 Verkäufe monatlich — unrealistisch. Ein 1.000-€-Angebot braucht zehn. Der Verkaufsaufwand pro Stück ist dabei fast identisch. Das teurere Produkt verkauft sich nicht schwerer, es rechnet sich nur leichter.
Stufe 2 — Verkauf. Es braucht genau zwei Dinge: gute E-Mails und gute Verkaufsseiten. Alles Weitere — Telefontermine, Vorqualifizierer, Abschlussgespräche — ist optional. Jede Mail hat genau ein Ziel: den Klick zur Verkaufsseite.
Stufe 3 — Liste. Zwei Hebel: das Anmelde-Geschenk und die Gestaltung der Anmeldung. „Abonnieren Sie meinen Newsletter" ist ein schlechter Tausch — niemand will mehr Post. Ein konkreter Leitfaden, eine Checkliste, eine Analyse dagegen schon.
Stufe 4 — Traffic. Zwei nachhaltige Quellen: Suchmaschine (lange, gründliche Artikel) und Video (nach Suchbegriffen aufgebaut). Bezahlte Werbung ist Beschleuniger, nicht Fundament. Ein guter Artikel von vor acht Jahren bringt heute noch Besucher.
Die doppelte Reihenfolge
Gebaut wird umgekehrt zur Planung: Traffic → Liste → Verkauf → Produkt. Ohne Besucher keine Abonnenten, ohne Abonnenten keine Käufer.
Gewichtet sind die Hebel aber ganz anders. Fast jeder sagt: „Mein Problem ist der Traffic." Tatsächlich liegt das Problem meistens bei Liste, Verkauf oder Produkt. Wer sein Anmelde-Geschenk verbessert, gewinnt in der Regel mehr als wer seinen Traffic verdoppelt.
Die Rechnung dahinter ist trivial — die Disziplin ist die eigentliche Arbeit:
1.000 Menschen in der Liste → 100 auf der Verkaufsseite → 10 Käufe à 1.000 € → 10.000 €
Der Fokus-Test
Bei jeder Arbeitsstunde eine Frage: Zahlt das auf Stufe 1, 2, 3 oder 4 ein?
Ein neues Logo zahlt auf keine davon ein — also nicht machen. Eine bessere Anmeldeseite zahlt auf Stufe 3 ein — also machen. Der Test ist unangenehm ehrlich, weil er die meisten beliebten Beschäftigungen aussortiert.
Die Optimierungshebel pro Stufe:
- Produkt: Preispunkt und Rechnung
- Verkauf: Überschrift, Kundenstimmen, Belege
- Liste: Relevanz des Anmelde-Geschenks, Text der Anmeldung
- Traffic: Suchbegriffe und inhaltliche Tiefe
Wer an Stufe 4 dreht, obwohl Stufe 2 schwach ist, gießt Wasser in einen undichten Eimer — mehr Besucher vergrößern nur den Verlust.
Konkrete Anwendungen
Eine Dienstleistungs-Agentur ist selbst ein Fall für dieses Raster:
- Produkt: Website-Pakete ab 4.000 € — drei Kunden im Monat ergeben 12.000 €. Rechnerisch machbar.
- Verkauf: Strategiegespräch plus schriftliches Angebot.
- Liste: Ein Anmelde-Geschenk mit konkretem Nutzen, etwa „7 Website-Fehler, die Anfragen kosten".
- Traffic: Suchmaschinen-Inhalte auf spezifische Suchbegriffe plus regelmäßige Fachbeiträge.
Dieselbe Struktur, nur mit anderen Zahlen — und mit dem entscheidenden Unterschied, dass ein Dienstleister die Stufe 1 nicht produzieren, sondern nur zuschneiden muss.
Wann einsetzen?
- Für Berater, Dienstleister und Wissensanbieter — ein Minimal-Funnel ohne verschachtelte Zusatzverkäufe
- Beim Einstieg in den Online-Verkauf — vier Stufen sind überschaubar, eine nach der anderen
- Als Diagnose bei stagnierendem Geschäft — welche Stufe ist der Engpass? Meist Stufe 1 oder 3
- Als täglicher Fokus-Filter — jede geplante Tätigkeit gegen die vier Stufen prüfen
Häufige Fehler
- Das Produkt zu billig ansetzen. Ein 19-€-Angebot mit dem Verkaufsaufwand eines 1.000-€-Angebots zu vertreiben ist ein Rechenfehler, kein Fleißproblem.
- Den Traffic überschätzen. „Ich brauche mehr Besucher" ist meistens die falsche Diagnose.
- Zu selten schreiben. Eine Mail im Monat baut kein Geschäft auf.
- Bezahlte Werbung vor eigenen Inhalten. Werbung beschleunigt, ersetzt aber kein Fundament. Wer nur Anzeigen schaltet, hat kein System, sondern eine laufende Rechnung.
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