3-Stufen-Fallstudien-Funnel

Auch: 3-Stufen-Funnel, Fallstudien-Funnel, Long-Form-Funnel, MQL-Funnel

Die moderne Funnel-Variante: Statt eines Tripwire-Produkts steht eine Long-Form-Video-Fallstudie als Zwischenstufe — einfacher zu bauen als klassische Tripwire-Kaskaden, mit hoher Filterwirkung auf qualifizierte Leads.

Kategorie: Funnel / High-Ticket / Video-Marketing Autor: Pereta

Kern-Logik

Klassische Tripwire-Funnel (kleines Einstiegsprodukt, dann Upsell-Kaskade) sind aufwendiger zu bauen als ein einziges Long-Form-Video, das dieselbe Filterfunktion erfüllt. Die drei Stufen sind radikal reduziert:

Stufe 1 — Opt-in. Die Landingpage verkauft das Video, nicht das Produkt: Bullet-Points, was man darin lernt, plus Eintrage-Button. Zielquote: 20 %+ — bewusst höher als bei PDF-Opt-ins, weil ein Video wertvoller wirkt.

Stufe 2 — Fallstudie (Long-Form-Video). 30–120 Minuten: 80 % Inhalt (Probleme und Lösungswege), 20 % Pitch am Ende mit Preis-Rahmen und CTA. Die Länge ist Absicht, kein Versehen.

Stufe 3 — Erstgespräch. Eintragung für den Strategie-Call. Zielquote: 6–10 % der Opt-ins. Wer sich einträgt, hat zwei bis drei Stunden investiert und ist für vier- bis fünfstellige Angebote ansprechbar.

Das strategische Kernargument: Das ist kein Selektions-, sondern ein De-Selektionsprozess. Man filtert die heraus, die sich nicht interessieren, und qualifiziert die, die es tun. Die Videolänge schreckt Spontan-Klicker gezielt ab — wer durchhält, hat sich selbst als Käufer qualifiziert.

Warum diese Architektur trägt

Vier Gründe: (1) Sales-Cycles werden länger, Menschen brauchen mehr Information vor der Entscheidung. (2) Bei wirtschaftlicher Zurückhaltung funktioniert Direkt-zum-Kauf im kalten Markt immer schlechter. (3) Langer Content baut Vertrauen, wo kurzer nur Sichtbarkeit bringt. (4) Die Filterwirkung spart Vertriebszeit — Calls finden nur mit echten Interessenten statt.

Zielquoten

Stufe Benchmark Kritischer Hebel
Opt-in 20 %+ Titel + Landingpage
Video-Konsum variabel Länge, Hook, Story
Termin-Eintragung 6 % (ideal 10 %) der 20-%-Pitch am Videoende
Abschluss im Call je nach Pricing Verkaufspsychologie

Die Pitch-Struktur am Videoende (die 20 %)

  1. Was genau ist das Angebot — das System beschreiben, nicht nur Features.
  2. Preis-Rahmen nennen — eine Spanne oder Größenordnung, nicht den Endpreis.
  3. „Das kann man nicht einfach kaufen" — die Qualifikation explizit machen.
  4. Eintragung für das Gespräch als einziger nächster Schritt.

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Video zu kurz halten. Ein 5-Minuten-Video filtert nicht. Die Länge ist Feature, nicht Bug.
  2. Pitch zu früh oder verteilt. Erst 80 % Inhalt, dann 20 % Pitch — klare Trennung.
  3. Direktkauf statt Call. Bei High-Ticket funktioniert der Direktkauf nach dem Video nicht; das Gespräch bleibt das Ziel.
  4. Produktions-Perfektionismus. Inhalt und CTA schlagen Kameraqualität.

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