Sechs Verhandlungs-Vorbereitungsfragen (TZLAIO)

Auch: Sechs Verhandlungs-Vorbereitungsfragen, TZLAIO-Fragen

Einordnung: Dieses Kapitel beschreibt ein quellengebundenes Modell oder eine Praxisheuristik. Es verspricht kein bestimmtes Ergebnis; die folgenden Aussagen geben das Modell wieder.

Kern-Logik

Im Quellenmodell wird beschrieben: Der Ausgangspunkt ist eine nüchterne Asymmetrie: Einkäufer sind Profi-Verhandler. Sie kennen die Marktpreise, haben oft eine bessere Vorstellung von der Kostenkalkulation des Lieferanten als dieser selbst, lesen einschlägige Fachmedien und trainieren Drucktaktiken systematisch. Der typische Verkäufer bereitet sich dagegen kaum strukturiert vor. Nur eine feste Vorbereitungsroutine gleicht dieses Ungleichgewicht aus.

Diese Rollenbeschreibung ist eine Vorbereitungshypothese, keine Eigenschaft sämtlicher Einkaufsmitarbeiter. Strukturierte Vorbereitung kann Informationslücken verkleinern; sie beseitigt ungleiche Marktmacht nicht automatisch.

Im Quellenmodell wird beschrieben: Zur Null-Profit-Grenze: Viele Verkäufer gehen aus Furcht vor geplatzten Deals gefährlich nah an diese Grenze. Die Rechnung geht nicht auf. Geplatzte Deals mit voller Marge werden durch zerschlagene Rabatt-Abschlüsse nicht kompensiert — langfristig holen Abschlüsse mit höherer Marge das verlorene Geschäft locker wieder herein.

Die Margenaussage ist eine zugespitzte Warnung vor unrentablen Zugeständnissen, keine allgemeingültige Ertragsrechnung. Eine höhere Marge je Auftrag gleicht verlorene Aufträge nicht automatisch aus. Dafür sind Auftragsmenge, Kosten, Zahlungsfähigkeit und tatsächlich verfügbare Ersatzaufträge gemeinsam zu prüfen. Auch die Null-Profit-Grenze braucht eine ausdrücklich festgelegte Kostenbasis.

Die 6 Fragen

Das Quellenmodell ordnet sechs Vorbereitungsfragen:

Beispiel

Ein Wartungsanbieter erhält eine Rabattforderung. Er prüft, ob ein geringerer Leistungsumfang oder gebündelte Einsätze das Angebot verändern könnten. Davon trennt er seine Alternative bei ausbleibender Einigung: verfügbare Kapazität für andere bestätigte Aufgaben nutzen. Ein bloß erhoffter Folgeauftrag zählt nicht als gesicherter Ersatz.

Wann einsetzen?

Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:

Verlängerungen sind ein typischer Anlass; der höchste Druck lässt sich daraus nicht allgemein ableiten. Bei unverhandelbaren Konditionen dient das Raster vor allem der Annahme- oder Ablehnungsentscheidung. Fehlen belastbare Kosten- oder Kapazitätsangaben, sind diese vor Zugeständnissen zu klären.

Häufige Fehler

Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:

Verwandte Einträge

Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:

Die Alternative liegt außerhalb der verhandelten Einigung; Optionen gestalten eine mögliche Einigung. Eine frühe Preisobergrenze ist wiederum kein internes Mindestlimit.

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