Entscheider-Matrix

Auch: Entscheider-Matrix, Buying-Center-Matrix, Entscheider vs. Beeinflusser

Eine 2×2-Matrix zur Zugangs-Frage: Entscheider gegen Beeinflusser, jeweils positiv oder negativ zum Angebot — sie zeigt auf einen Blick, warum der Entscheider-Kontakt unverhandelbar ist.

Kategorie: Discovery / Buying-Center / B2B Autor: Pereta

Kern-Logik

Die meisten Verkäufer pflegen die gute Gesprächsbasis mit dem Beeinflusser (Fachabteilung, Abteilungsleitung, Empfehler) — weil sie dort leichter Zugang finden und „den Ansprechpartner nicht übergehen" wollen. Das ist bequem, aber falsch. Aus der Empfehler-Perspektive lässt sich nie sicher einschätzen, wie entschieden wird. Aus der Entscheider-Perspektive sofort.

Die Matrix macht die Asymmetrie sichtbar: Ein verärgerter Empfehler kann einen überzeugten Entscheider nicht überstimmen — der Entscheider kann den Rat des Empfehlers ignorieren. Umgekehrt hilft der beste Empfehler-Draht nichts, wenn der Entscheider schweigt.

Die vier Felder

Beeinflusser + Beeinflusser −
Entscheider + Umsatz. Klarer Fall. Umsatz. Selbst ein verstimmter Beeinflusser blockiert einen überzeugten Entscheider nicht.
Entscheider − Keine Entscheidung. Der Beeinflusser verspricht wochenlang „das klappt bestimmt", die Leitung entscheidet dagegen. Rundablage. Kein Geschäft, keine Hoffnung.

Kernprinzip: Die Entscheider-Sicht ist die einzige verlässliche Informationsquelle im Verkaufsprozess.

Wenn der Entscheider unzugänglich ist

Vier Zugangs-Strategien:

  1. Vorbereitungsbrief mit PS-Einladung, direkt an den Entscheider adressiert.
  2. Evaluationsplan-Forderung über den Beeinflusser: „Der Entscheidungsprozess braucht die kaufmännische Leitung — können wir sie einbinden?"
  3. Finanzierungs- oder ROI-Frage, die nur der Entscheider beantworten kann.
  4. Blockade-Ansage: „Bevor wir weitermachen, brauche ich 15 Minuten mit [Name]."

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. „Aber der Beeinflusser mag uns." Der Empfehler-Draht lässt sich später richten, die Deal-Entscheidung nicht. Ein verstimmter Beeinflusser mit positivem Entscheider bleibt Umsatz.
  2. Entscheider-Kontakt auf „später" vertagen. Je später der Erstkontakt, desto kleiner die Chance — der Entscheider hat sich über den Beeinflusser längst eine Meinung gebildet.
  3. Die Matrix nicht schriftlich anwenden. Ohne Sortierung rutschen Deals unbemerkt in Feld 4.

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