MEDDIC-Qualifizierung
Auch: MEDDIC, MEDDIC-Methode, MEDDPICC, Enterprise-Deal-Qualifizierung, Multi-Threading
Sechs Prüfpunkte, aus der Analyse hunderter gewonnener und verlorener Großkunden-Deals herausgearbeitet — der Nachfolger einfacher Qualifizierung für komplexe B2B-Verkäufe mit mehreren Beteiligten. Es sortiert Blindflug-Deals früh aus.
Kategorie: Discovery & Qualifizierung Autor: Pereta
Kern-Logik
Einfache Qualifizierung fragt: „Wer kann zahlen?" MEDDIC fragt zusätzlich: „Wer misst Erfolg? Wer treibt intern? Wo sitzt der echte Schmerz?" Der Hintergrund ist datengetrieben — aus der systematischen Frage nach jeder Deal-Entscheidung, warum man gewonnen, verloren oder den Deal verschleppt hat, kristallisierten sich sechs wiederkehrende Prüfpunkte. Weil die Hälfte der Verkaufszeit oft vergebens investiert wird, reduziert MEDDIC genau diese Hälfte.
| Buchstabe | Bedeutung | Kernfrage |
|---|---|---|
| M | Metrics | Woran misst der Kunde Erfolg? Welche Zahlen? |
| E | Economic Buyer | Wer trifft die finale Entscheidung — kann Ja sagen, nicht nur Nein? |
| D | Decision Criteria | Welche Kriterien muss die Lösung erfüllen? |
| D | Decision Process | Wie läuft der Entscheidungsweg — wie viele Schritte, wie lange? |
| I | Identify Pain | Was ist der echte Schmerzpunkt? Ohne Schmerz kein Kauf. |
| C | Champion | Wer im Kundenunternehmen ist der Fürsprecher, der intern treibt? |
Die Erweiterung zu MEDDPICC
Für besonders komplexe Deals kommen zwei Prüfpunkte hinzu:
- Paper Process — der formale Beschaffungs-, Rechts- und Freigabeweg. Viele Deals sterben nicht am Willen, sondern am unterschätzten Papierweg.
- Competition — der Wettbewerb, gegen den man antritt, und wie man sich gegen ihn positioniert.
Multi-Threading ist Pflicht
Die härteste Zahl der Methode: Deals, die an einem einzigen Ansprechpartner hängen (single-threaded), gewinnen nur rund 5 Prozent. Ein einzelner Kontakt ist ein Klumpenrisiko — er wechselt, verliert intern an Einfluss oder blockiert. Daraus folgt die Pflicht zum Multi-Threading: mehrere Kontakte im Kundenunternehmen aufbauen und den Economic Buyer aktiv identifizieren, nicht mit dem erstbesten Gesprächspartner zufrieden sein.
Konkrete Anwendungen
- Größeres KMU-Projekt (Pereta-ICP): Bei Vorhaben mit Geschäftsführung plus Marketing plus IT werden alle sechs Punkte im Erstgespräch abgefragt — woran wird Erfolg gemessen, wer entscheidet, wie läuft der Prozess, wo der Schmerz, wer treibt intern.
- Pereta-Forecast: Ein Deal mit nur einem Ansprechpartner gilt als Risiko — es werden gezielt weitere Kontakte aufgebaut.
- Absage als Stärke: Bleiben drei oder mehr Punkte unklar, wird der Deal ehrlich abgesagt statt Wochen investiert.
Wann einsetzen?
- Bei komplexen B2B-Deals mit mehrköpfigem Entscheidergremium.
- Bei langen Verkaufszyklen, wo Verschiebung und Ghosting drohen.
- Nicht bei einfachen Deals mit einem Entscheider — dort ist die volle Methode überdosiert.
Häufige Fehler
- Kein Champion. Ohne internen Fürsprecher schläft jeder große Deal ein.
- Weiche Metriken. „Mehr Anfragen" ist ein Wunsch; „50 Anfragen im Monat bei 3 Prozent Conversion" ist eine Metrik.
- Single-threaded bleiben. Ein einziger Kontakt gewinnt nur selten — Multi-Threading ist Pflicht, nicht Kür.
Verwandte Einträge
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