Drip Campaign

Auch: Drip Campaign, Drip-Kampagne, Autoresponder-Serie, Nurturing-Sequenz

Einordnung: Dieses Kapitel beschreibt ein quellengebundenes Modell oder eine Praxisheuristik. Es verspricht kein bestimmtes Ergebnis; die folgenden Aussagen geben das Modell wieder.

Kern-Logik

Eine Drip Campaign ist eine vorbereitete Nachrichtenfolge, deren zeitlicher Ablauf am Eintritt eines Kontakts ausgerichtet ist. So können Personen denselben Erklärungsweg zu unterschiedlichen Zeitpunkten beginnen. Jede Nachricht übernimmt eine Aufgabe, etwa Orientierung, Anwendungshilfe oder den Übergang zum Gespräch.

Vor dem Start werden Eintritt, Teilnahmebedingungen, Abstände, Zielhandlung und Ende festgelegt. Ein erneuter Eintritt darf keine unbeabsichtigten Doppelversendungen auslösen. Antwort, Kauf, Abmeldung oder unzustellbare Adresse können eine Pause, einen Wechsel oder das Ende bewirken. Eine zuständige Person übernimmt Rückfragen.

Drip vs. Broadcast vs. Trigger-Automation

Im Quellenmodell ordnet die Tabelle folgende Elemente:

Typ Timing Personalisierung Einsatz
Broadcast-Newsletter feste Termine für alle gering laufende Community
Drip Campaign relativ zum Eintritt mittel neue Kontakte, Onboarding
Trigger-Automation ereignisbasiert hoch Kaufabbruch, Scoring, Verzweigungen

Die Tabelle beschreibt typische Ausprägungen, keine festen Grenzen der Personalisierung. Auch ein Broadcast kann segmentiert sein. Ein Ereignis kann eine Drip-Folge starten; laufende Verzweigungen nach Verhalten gehören zur umfassenderen Marketing Automation.

Beispiel

Ein Schulungsbetrieb liefert nach einer bestätigten Anmeldung zunächst die angekündigte Vorbereitungshilfe. Weitere Nachrichten erläutern die Anwendung und eine häufige Verständnisfrage. Sobald eine konkrete Beratungsanfrage eingeht, pausiert die passende Verkaufsfolge und der zuständige Ansprechpartner übernimmt.

Wann einsetzen?

Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:

Die Einsatzpunkte setzen passende Inhalte und zulässige Kommunikation voraus. Ein Kauf begründet nicht automatisch die Erlaubnis für beliebige Werbemails. Erforderliche Vertragsinformationen und Werbung werden in Inhalt und Versandlogik getrennt geprüft. Bei wenigen individuellen Vorgängen oder häufigen Ausnahmefällen kann persönliche Betreuung angemessener sein.

Versandvoraussetzungen im DACH-Raum

Für Werbemails verlangt Deutschland grundsätzlich vorherige ausdrückliche Einwilligung; die Bestandskundenausnahme setzt sämtliche gesetzlichen Bedingungen voraus, darunter eigene ähnliche Leistungen und Widerspruchshinweise bei Erhebung und Verwendung: § 7 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 3 UWG.

Österreich regelt Direktwerbung per elektronischer Post und die bedingte Bestandskundenausnahme in § 174 Abs. 3 und 4 TKG 2021. Die Ausnahme verlangt auch die Beachtung bereits erklärter Ablehnung einschließlich der vorgesehenen Sperrliste.

In der Schweiz gelten für fernmeldetechnische Massenwerbung insbesondere Einwilligung, korrekter Absender und einfache kostenlose Ablehnung sowie die gesetzliche Bestandskundenausnahme: Art. 3 Abs. 1 lit. o UWG. Eine Inaktivität erneuert keine Versanderlaubnis.

Für personenbezogene Verarbeitung im Anwendungsbereich der DSGVO ist zusätzlich Art. 6 Abs. 1 DSGVO zu beachten; der Widerspruch gegen Direktwerbung beendet die entsprechende Verarbeitung nach Art. 21 Abs. 2 und 3 DSGVO.

Häufige Fehler

Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:

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Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:

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