3-Schritte-Video-Formel
Auch: 3-Schritte-Video-Formel, Video-Ads-Funnel, Video-Sequenz, Familiarize-Educate-Convert
Eine Sequenz für Video-Anzeigen, die per Retargeting vom Fremden zum Käufer führt: Video 1 macht bekannt, Video 2 zeigt Expertise, Video 3 verkauft — jede Stufe nur an Leute, die die vorherige zu Ende gesehen haben.
Kategorie: Funnel / Video-Ads / Retargeting Autor: Pereta
Kern-Logik
Der häufigste Anfängerfehler ist der Versuch, mit einer einzigen Video-Anzeige an kalte Zielgruppen direkt zu verkaufen. Die nüchterne Diagnose: Niemand interessiert sich für deine Marke, solange du kein Weltkonzern bist — also verkauf auch nicht beim ersten Kontakt. Stattdessen wird eine Drei-Video-Sequenz gebaut, in der Retargeting die Filterfunktion übernimmt.
Video 1 — Bekannt machen (Familiarize). Ziel: Sympathie und Bekanntheit. Format: leicht konsumierbar, gern unterhaltsam. Keine Verkaufs-CTA. Läuft auf eine breite Zielgruppe.
Video 2 — Content / Experte (Educate). Nur an Zuschauer von Video 1. Ziel: Expertenstatus und Vertrauen. Konkreter Fachinhalt, leichte CTA („Mehr erfahren", Opt-in).
Video 3 — Verkauf (Convert). Nur an Zuschauer von Video 2 (zweite Retargeting-Stufe). Ziel: Kauf oder Terminbuchung. Pitch, unwiderstehliches Angebot, klarer CTA.
Das strategische Kernprinzip: Videos haben unterschiedliche Absichten. Wer ein Verkaufsvideo an einen Fremden schickt, verbrennt Geld. Wer ein Sympathievideo an warme Leads schickt, verschwendet Reichweite. Die Sequenz folgt der Bewusstseins-Leiter (siehe lex-fuenf-bewusstseinsstufen) — jedes Video zündet eine Stufe, und das Retargeting stellt sicher, dass nur stufengerechte Botschaften ausgespielt werden.
Retargeting als Filter
- Video 1: breite Zielgruppe, alle Impressionen.
- Video 2: nur „Video 1 zu mindestens 50–75 % gesehen".
- Video 3: nur „Video 2 zu mindestens 50–75 % gesehen".
Wer bis Video 3 durchhält, hat sich selbst qualifiziert — zweimal Zeit investiert, zweimal Interesse gezeigt. Genau dort konvertiert die Verkaufs-CTA.
Budget-Verteilung: grob 50 % auf Video 1 (Reichweite), 30 % auf Video 2, 20 % auf Video 3. Die Kosten pro Conversion sinken von Stufe zu Stufe, weil die Zielgruppe immer qualifizierter wird.
Sparvariante: Bei kleinem Budget kann Video 1 entfallen — Video 2 als Content-Einstieg, Video 3 als Retargeting-Abschluss. Das kostet Sympathie-Aufbau, spart aber Budget.
Konkrete Anwendungen
- Handwerks-/Industrie-KMU (Pereta-ICP): Video 1 (45 Sek., unterhaltsam): „So sieht es aus, wenn ein Betrieb seine Website selbst baut" — Humor, keine CTA. Video 2 (3 Min.): „Die 5 Conversion-Fehler auf Betriebs-Websites" — Expertise, CTA zum PDF. Video 3 (2 Min.): „Wir analysieren Ihre Website live im 15-Minuten-Call" — Terminbuchung. Alle drei aus einem Drehtag produzierbar.
- Authentizität statt Hochglanz: Die Videos müssen nicht produktionsperfekt sein — Smartphone-Qualität reicht, wenn Hook und Aussage sitzen.
Wann einsetzen?
- Primär auf Social-Plattformen mit starkem Video-Retargeting (Sehdauer exakt messbar).
- Bei erklärungsbedürftigen Angeboten: Beratung, Dienstleistung, höherpreisige Programme.
- Wenn Direktverkauf auf kalten Traffic bereits gescheitert ist.
Häufige Fehler
- Verkaufs-CTA auf Video 1. Zerstört die Sympathie-Funktion und konvertiert kalt trotzdem nicht — doppelt verloren.
- Video 1 zu geschäftlich. Sieht es schon nach Werbung aus, wird es nicht zu Ende gesehen — und der Retargeting-Filter bekommt zu wenig Input.
- Retargeting nicht eingerichtet. Fehlt die technische Voraussetzung, funktioniert die ganze Sequenz nicht. Vorher testen.
- Drei völlig unterschiedliche Videos. Stimme, Protagonist und visuelle Welt müssen durchgängig sein, sonst bricht das Narrativ.
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