3-Schritte-Video-Formel
Auch: 3-Schritte-Video-Formel, Video-Ads-Funnel, Video-Sequenz, Familiarize-Educate-Convert
Einordnung: Dieses Kapitel beschreibt ein quellengebundenes Modell oder eine Praxisheuristik. Es verspricht kein bestimmtes Ergebnis; die folgenden Aussagen geben das Modell wieder.
Kern-Logik
Das Quellenmodell ordnet drei Videoschritte:
- Bekannt machen
- Fachinhalt vermitteln
- Angebot vorstellen
Im Quellenmodell wird beschrieben: Die Sequenz ordnet Inhalt und Ansprache der bisherigen Aufmerksamkeit zu. Das erste Video soll Bekanntheit und Sympathie schaffen, das zweite liefert fachlichen Kontext an bereits interessierte Personen, und erst die dritte Stufe richtet ein Angebot an diese vorqualifizierte Gruppe.
„Vorqualifiziert“ bedeutet hier zunächst nur, dass ein definiertes Nutzungssignal vorliegt. Ein Videoaufruf bestätigt weder fachliches Verständnis noch Bedarf, Budget oder Entscheidungsbefugnis. Die Sequenz ist ein Inhaltsraster; ihre technische Ausspielung muss gesondert geplant werden.
Praxisbeispiel: Drei Videos, drei Aufgaben
| Stufe | Inhalt | Weiterführung |
|---|---|---|
| Bekannt machen | Leicht verständlicher, merkbarer Einstieg ohne Verkaufsaufforderung | Betrachtende Personen für die nächste Stufe erfassen. |
| Expertise zeigen | Ein konkretes Problem oder einen hilfreichen Gedanken erläutern | Eine kleine nächste Aktion ermöglichen. |
| Umwandeln | Angebot oder vereinbartes Online-Ziel klar machen | Nur an Personen aus der vorherigen Stufe ausspielen. |
Ein Fachbetrieb zeigt zunächst ein typisches Wartungsproblem, erläutert anschließend erkennbare Prüfpunkte und stellt danach seine Inspektion vor. Die gemeinsame Ausgangsfrage verbindet die Videos. Untertitel und verständliche Bilder helfen, den Inhalt auch ohne Ton zu erfassen.
Wann einsetzen?
Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:
-
Primär auf Social-Plattformen mit starkem Video-Retargeting (Sehdauer exakt messbar).
-
Bei erklärungsbedürftigen Angeboten: Beratung, Dienstleistung, höherpreisige Programme.
-
Wenn Direktverkauf auf kalten Traffic bereits gescheitert ist.
-
Wenn eine Videokampagne bisher dieselbe Verkaufsbotschaft an unbekannte und bereits interessierte Personen sendet.
Die Aussage zur exakten Sehdauer ist einzuschränken: Verfügbare Messwerte hängen von Format, Messverfahren und ausreichender Datengrundlage ab. Sie beschreiben gemessene Nutzung, keine lückenlos bekannte Aufmerksamkeit.
Vor dem Start werden Eintrittssignal, Zielgruppenübergang, Ausschlüsse und Zielhandlung geprüft. Die Tabellenregel zur Ausspielung verlangt eine entsprechend begrenzte Zielgruppe; automatische Zielgruppenerweiterungen wären gesondert zu bewerten. Bei zu kleiner nutzbarer Zielgruppe ist eine frei zugängliche Inhaltsfolge mit freiwilligem Weiterklicken praktikabler.
Für Website-Retargeting mit nicht erforderlichen Endgerätezugriffen gilt in Deutschland die Einwilligungsanforderung aus § 25 Abs. 1 TDDDG; Ausnahmen regelt Abs. 2. Personenbezogene Verarbeitung benötigt zusätzlich eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 Abs. 1 DSGVO.
Nicht passend ist eine erzwungene Videofolge bei bereits konkreter Kaufabsicht. Ein gescheiterter Direktverkauf allein beweist zudem nicht, dass fehlende Bekanntheit die Ursache war.
Häufige Fehler
Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:
- Retargeting nicht eingerichtet. Nutzbare Zielgruppen und Übergänge vor Kampagnenbeginn prüfen; bei fehlender Grundlage eine andere Weiterführung wählen.
- Drei völlig unterschiedliche Videos. Dieselbe Kundenfrage, Begrifflichkeit und Angebotslogik fortführen.
- Im ersten Kontakt verkaufen: Damit wird die Stufenlogik übersprungen, bevor Bekanntheit und fachlicher Kontext entstehen. Gegenmittel: Für jede Stufe eine passende Zielhandlung festlegen.
- Sehdauer als Kaufreife behandeln: Inhaltliche Reaktionen und tatsächlich passende Anfragen ergänzend prüfen.
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Im Quellenmodell gelten folgende Punkte: