Value Equation (Wertgleichung)
Auch: Value Equation, Wertgleichung, Angebotsformel, 100M Offers Formel, ein Angebots-Stratege Value Equation
Die Angebotsformel aus dem Direct-Response-Klassiker von 2021: Wert entsteht aus Traum-Ergebnis mal Eintrittswahrscheinlichkeit, geteilt durch Zeitverzögerung mal Aufwand — ein Rechenmodell, mit dem sich jedes Angebot systematisch verbessern lässt.
Kategorie: Angebotsgestaltung & Offer-Design (moderner Klassiker) Autor: Pereta
Kern-Logik
Die Formel bringt auf den Punkt, was gute Direktvermarkter seit Jahrzehnten intuitiv taten: Wert ist nichts Absolutes, sondern ein Verhältnis.
Wert = (Traum-Ergebnis × wahrgenommene Eintrittswahrscheinlichkeit) ÷ (Zeitverzögerung × Aufwand)
Die vier Größen wirken unterschiedlich. Traum-Ergebnis und Eintrittswahrscheinlichkeit stehen im Zähler — je höher, desto attraktiver das Angebot. Zeitverzögerung und Aufwand stehen im Nenner — je niedriger, desto attraktiver. Jede einzelne Stellschraube verbessert das Angebot, auch ohne dass die anderen sich ändern.
Die eigentliche Pointe steckt in dem, was nicht in der Formel vorkommt: der Preis. Die meisten Anbieter konkurrieren ausschließlich über ihn — über die einzige Größe, die im Wertempfinden gar nicht auftaucht. Der Preis ist ein Ergebnis guter Angebote, nicht ihr Hebel.
Damit ist die Gleichung vor allem ein Werkzeug gegen Vergleichbarkeit. Die Frage lautet nicht, wie man günstiger wird, sondern wie man so viel wertvoller wird, dass der Preis in den Hintergrund tritt.
Die vier Stellschrauben
| Größe | Die Frage dahinter | Konkret bei einem Website-Projekt |
|---|---|---|
| Traum-Ergebnis | Was genau bekommt der Kunde? | „Eine Website, die Ihnen jede Woche qualifizierte Anfragen bringt" statt „eine moderne Website" |
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Warum sollte es bei ihm klappen? | Fallbeispiele aus seiner Branche, Garantien, transparenter Ablauf, Kundenstimmen |
| Zeitverzögerung | Wann erlebt er das Ergebnis? | Start in vier Wochen statt vier Monaten, erste sichtbare Ergebnisse schon in Woche eins |
| Aufwand | Was muss er selbst tun? | Wir liefern fertig statt gemeinsam zu erarbeiten, weniger Termine, vorbereitete Texte statt leerer Formulare |
Konkrete Anwendungen
Vor jedem Verkaufsgespräch einmal durchrechnen — vier Fragen, fünf Minuten:
- Was ist das Traum-Ergebnis für diesen Kunden? Nicht „gute Website", sondern „25 Anfragen im Monat" oder „drei Monteure mehr auslasten".
- Wie hoch schätzt er die Wahrscheinlichkeit ein, dass es klappt — und welche Referenz aus seiner Branche kann ich zeigen?
- Wie verkürze ich die Zeit bis zum ersten spürbaren Ergebnis? Eine einzelne Seite früher live nehmen wirkt oft stärker als ein perfektes Gesamtprojekt drei Monate später.
- Wie senke ich seinen Aufwand? Im Handwerks-KMU ist das der unterschätzteste Hebel: Der Inhaber hat keine Zeit, Texte zu schreiben. Wer sie vorbereitet und nur die Freigabe verlangt, gewinnt gegen ein günstigeres Angebot, das Mitarbeit voraussetzt.
Der Kontrast zum Wettbewerber, der „WordPress-Website ab 2.000 €" anbietet, entsteht in allen vier Größen gleichzeitig — und rechtfertigt einen deutlich anderen Preis, ohne dass über den Preis geredet werden muss.
Wann einsetzen?
- Bei jeder Angebotsgestaltung — als Prüfraster, bevor die Zahl feststeht
- Bei Preisdruck — wenn verglichen wird, ist meist eine der vier Größen unbesetzt
- Beim Produktzuschnitt — die Formel zeigt, welche Leistung wirklich Wert erzeugt und welche nur Aufwand ist
Häufige Fehler
- Nur am Zähler drehen. Immer größere Versprechen bei gleichbleibendem Aufwand für den Kunden — das erhöht die Skepsis, statt sie zu senken.
- Die Eintrittswahrscheinlichkeit ignorieren. Das beste Versprechen ist wertlos, wenn der Kunde nicht glaubt, dass es bei ihm funktioniert. Belege sind kein Beiwerk, sie sind die halbe Gleichung.
- Zeit und Aufwand als gegeben hinnehmen. Beide sind gestaltbar — und meist billiger zu verändern als das Ergebnis selbst.
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