OPI / 3P-Framework

Auch: OPI, 3P-Framework, Opportunity Process Implementation, Problem Prozess Praxis, Content-Wärmegrad-Modell

Inhalte haben Wärmegrade. Drei Ebenen — Gelegenheit, Prozess, Praxis. Die falsche Ebene zum falschen Zeitpunkt verbrennt die Conversion.

Kategorie: Funnel / Content-Architektur Autor: Pereta

Kern-Logik

Das Modell beantwortet eine Frage, die die meisten Content-Strategien schlicht überspringen: Welche Informationstiefe gehört auf welchen Kanal?

Die Antwort: Der Inhalt muss zum Wärmegrad des Empfängers passen. Wer kalten Kontakten schon Preise und Detailabläufe vorsetzt, verschreckt sie. Wer im persönlichen Gespräch noch auf der Gelegenheitsebene bleibt, verzögert den Abschluss und verbrennt beiderseits Zeit.

Die drei Ebenen:

  1. Gelegenheit (entdecken). Der Kunde erfährt überhaupt erst: Es gibt eine Lösung für mein Problem. Vogelperspektive — nur zeigen, dass es eine Lösung gibt. Keine Details, keine Preise, keine Technik.
  2. Prozess (informieren). Der Kunde will grob wissen, wie es abläuft. Überblick über den Weg, weiterhin ohne technische Tiefe. „So läuft das ungefähr."
  3. Praxis (handeln). Der Kunde will umsetzen, kaufen, starten. Hier — und nur hier — gehören Details, Preise, technische Anleitungen und konkrete Schritte hin.

Der Kernsatz dazu: Wer Detailinformationen zurückhält, bis der Kunde bereit ist umzusetzen, steigert die Conversion automatisch. Das widerspricht dem Reflex, möglichst viel Kompetenz möglichst früh zu zeigen — und genau dieser Reflex kostet das meiste Geld.

Die Zuordnung zu den Kanälen ist fast immer eindeutig:

Kanal Ebene Warum
Anzeigen Gelegenheit Kalter Kontakt, Neugier wecken
Fachbeiträge, Video, Podcast Prozess Warmer Kontakt, Vertrauen aufbauen
Persönliches Gespräch Praxis Heißer Kontakt, entscheiden

Wer diese Zuordnung verletzt — etwa den Preis in die Anzeige schreibt —, verschwendet Budget.

Als Diagnosewerkzeug

Das Modell funktioniert als Filter beim Schreiben: Passt die Tiefe zur Phase?

Eine typische Analyse klingt so: „Diese Anzeige erklärt detaillierte Prozessschritte. Das ist eine Ebene zu tief — daher die hohe Absprungrate. Zurück auf Gelegenheit: ein konkretes Ergebnis, kein Wie."

Oder umgekehrt: „Dieser Gesprächsleitfaden bleibt auf der Gelegenheitsebene und wiederholt, was der Kunde in der Anzeige längst gesehen hat. Rauf auf Praxis — konkreter Preis, konkreter Starttermin."

Konkrete Anwendungen

Die eigene Kommunikation nach den drei Ebenen sortiert:

Dieselbe Logik gilt für Kundenprojekte: Vor jedem Relaunch die bestehende Kommunikation nach den drei Ebenen prüfen. Im Handwerks-KMU ist der typische Befund immer derselbe — alles steht auf Praxisebene. Die Website listet Leistungen, Maschinen und Zertifikate, aber nirgends steht, welches Problem der Betrieb eigentlich löst. Kalte Besucher finden keinen Einstieg.

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Details in der Anzeige. Preis und Technik schon im ersten Kontakt. Das verschreckt genau die Menschen, die das Problem noch gar nicht benannt haben.
  2. Inhalte, die nicht weiterführen. Beiträge, die dauerhaft auf der Gelegenheitsebene bleiben und nur wiederholen, dass es eine Lösung gibt. Kein Fortschritt, kein Aufwärmen — der Kontakt bleibt kalt.
  3. Gespräche ohne Abschluss. Im persönlichen Termin weiter den Prozess erklären, statt Preis und Umsetzung anzubieten. Die Entscheidung verschiebt sich dann endlos.

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