Executive Summary

Auch: Executive Summary, Management Summary, Kurzfassung

Die eine Seite, die entscheidet, ob die anderen dreißig gelesen werden. Sie steht vorn, wird zuletzt geschrieben — und muss für sich allein funktionieren.

Kategorie: Agentur-Operations / Kommunikation Autor: Pereta

Kern-Logik

Die Executive Summary ist die Kurzfassung eines längeren Dokuments — Businessplan, Angebot, Konzept, Studie — auf maximal einer Seite. Ihr Zweck ist nicht Zusammenfassung um der Vollständigkeit willen, sondern Selektion: Der Entscheider liest sie und weiß, ob er weiterliest, delegiert oder ablegt.

Drei Regeln machen den Unterschied:

1. Sie wird zuletzt geschrieben, steht aber vorn. Wer sie zuerst schreibt, fasst zusammen, was er zu schreiben plant — nicht, was am Ende dasteht.

2. Sie muss allein stehen können. Kein „siehe Kapitel 4", keine Begriffe, die erst später erklärt werden. Wer die Summary liest und sonst nichts, muss die Kernaussage vollständig verstanden haben. Das ist der härteste und meistverletzte Punkt.

3. Sie enthält das Ergebnis, nicht den Weg. Kein Spannungsbogen. Die zentrale Zahl, die zentrale Empfehlung und die zentrale Bitte stehen im ersten Drittel — nicht am Ende.

Dahinter steht eine schlichte Beobachtung über Entscheider: Sie lesen die erste Seite immer und den Rest selten. Wer die Kernaussage im Anhang versteckt, hat sie faktisch nicht kommuniziert.

Die fünf Bausteine

Baustein Inhalt Umfang
Ausgangslage Worum geht es, welches Problem? 2–3 Sätze
Kern-Aussage Was ist das Ergebnis oder der Vorschlag? 2–3 Sätze
Belege Die zwei bis drei tragenden Zahlen 3–4 Zeilen
Nutzen / Konsequenz Was hat der Leser davon, was passiert ohne? 2–3 Sätze
Nächster Schritt Was genau soll der Leser jetzt tun? 1–2 Sätze

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Spannungsbogen aufbauen. Wer die Empfehlung ans Ende stellt, verliert den Leser vorher. Das Ergebnis kommt nach vorn.
  2. Verweise auf spätere Kapitel. Bricht die Eigenständigkeit — und damit den einzigen Zweck des Textes.
  3. Zu lang. Zwei Seiten sind keine Summary, sondern ein Kapitel. Eine Seite ist die Grenze.
  4. Zuerst geschrieben und nie überarbeitet. Dann beschreibt sie ein Dokument, das so nie entstanden ist.
  5. Kein nächster Schritt. Ohne konkrete Aufforderung endet die beste Zusammenfassung in der Ablage.

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