Ergebnis-Preise / Outcome-Pricing

Auch: Ergebnis-Preise, Outcome-Pricing, Pauschalpreis statt Stundensatz, Value-Based Pricing

Kunden bezahlen für Ergebnisse, nicht für Zeit. Stundensätze sind strukturell unfair, weil sie Effizienz bestrafen und Langsamkeit belohnen.

Kategorie: Preispsychologie & Pricing Autor: Pereta

Kern-Logik

Das Stundensatz-Modell hat drei strukturelle Fehler. Es bestraft Effizienz — je erfahrener der Anbieter, desto schneller die Arbeit, desto geringer der Umsatz pro Kunde. Es bestraft den Kunden für Nachbesserungen, auf die er keinen Einfluss hat. Und es koppelt den Preis an die falsche Metrik: Der Kunde will kein Zeit-Investment, er will ein Ergebnis.

Zugespitzt: Nach Stundensätzen zu zahlen bedeutet, dass langsames Arbeiten für den Anbieter besser und für den Kunden teurer ist. Eigentlich müsste es genau andersherum sein.

Die Alternative ist der Pauschalpreis pro Ergebnis. Der Kunde zahlt für das definierte Outcome, unabhängig von der Dauer. Intern darf weiter in Stunden kalkuliert werden, um nicht draufzuzahlen — nach außen wird ausschließlich das Ergebnis kommuniziert.

Die drei Begründungen für Preiserhöhungen in diesem Modell:

  1. Kompetenz — nach hunderten ausgelieferten Projekten ist das Ergebnis beim ersten Versuch objektiv besser als früher.
  2. Umfeld-Leistung — nicht mehr nur das Kernprodukt, sondern Schulung, Begleitung, Workshops drumherum.
  3. Marken-Vertrauen — „Ihr seid teurer als das andere Angebot, aber ich komme zu euch, ich habe das bessere Gefühl." Derselbe Kaffee kostet in der Seitenstraße 2 € und in der bekannten Kette 7 €, weil die Marke Vertrauen trägt.

Gegen die Intuition sind höhere Preise für den Kunden sogar fairer: Der Anbieter hat kein Interesse mehr, Zeit zu verbrauchen, die Kosten sind planbar, und Qualität wird zum Eigeninteresse. Teuer ist nicht die Zahl, sondern das Verhältnis — 8.000 € sind nicht teurer als 3.000 €, wenn das Ergebnis 100.000 € statt 5.000 € einbringt.

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Preis senken, wenn der Kunde verhandelt. Die Kalibrierungs-Regel lautet: nicht den Preis senken, sondern die Leistung prüfen. Stimmt der ROI und der Kunde geht trotzdem, ist die ROI-Kommunikation das Problem — nicht die Zahl.
  2. Das Ergebnis nicht sauber definieren. „Marketing-Beratung" ist kein Ergebnis, „50 qualifizierte Anfragen in 90 Tagen" schon. Ohne messbares Outcome funktioniert Outcome-Pricing nicht.
  3. Aufwand statt Wert bepreisen. Der Reflex „das war in vier Stunden fertig, dafür kann ich keine 5.000 € nehmen" ignoriert, was das Ergebnis dem Kunden einbringt. Nicht der Aufwand zählt, sondern der Kundenwert.

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