Zehnerliste

Auch: Zehnerliste, 10er-Liste, Akquise-Block

Das Produktivitäts-System für die Telefonakquise: pro Block genau zehn vollständig vorbereitete Adressen am Stück abtelefonieren — Vorbereitung und Ausführung strikt getrennt.

Kategorie: Akquise / Telefonakquise Autor: Pereta

Kern-Logik

Drei Lecks machen klassische Telefonakquise unproduktiv:

  1. Die Vorbereitung frisst die beste Akquisezeit, weil zwischen den Anrufen recherchiert wird.
  2. Pausen zwischen den Gesprächen zwingen zum ständigen Wiederaufwärmen.
  3. Nach jedem zähen Gespräch lockt die Ausweichhandlung — kurz Mails checken, kurz Kaffee holen, kurz das CRM pflegen.

Die Zehnerliste schließt alle drei auf einmal. Das Prinzip: Wenn du dich zur Telefonakquise überwinden musst, dann so, dass du dich nur einmal überwinden musst.

Zehn Adressen werden vollständig vorbereitet — Ansprechpartner, Nummer, Firma, relevante Hintergrundinfos —, bevor der Hörer das erste Mal abgenommen wird. Dann wird am Stück durchtelefoniert. Notizen gehen aufs Diktiergerät und werden erst nach der Liste übertragen.

Warum ausgerechnet zehn? Ab dem zweiten oder dritten Anruf ist man warm — Argumentation, Einwandbehandlung und Sprachmelodie fallen deutlich leichter. Die ersten Gespräche sind immer die zähesten. Bei einer Dreierliste bleibt man dauerhaft im Kaltstart. Gleichzeitig ist zehn klein genug, dass am Ende das „heute geschafft"-Gefühl entsteht — der wichtigste Hebel gegen die Unlust am Folgetag.

Die drei Regeln

  1. Zehn Adressen pro Liste, vollständig vorbereitet. Sobald der Hörer abgenommen ist, darf keine Recherche mehr nötig sein. Eine Liste pro Tag ist Pflicht — unabhängig vom Erfolg.
  2. Am Stück abtelefonieren. Zwischen den Gesprächen nichts anderes tun. CRM-Pflege zwischen Anrufen ist das größte Produktivitätsleck der Kaltakquise.
  3. Klarer Start- und Endpunkt. Nach der zehnten Nummer ist Schluss. Kein „ich häng noch fünf dran" — die Begrenzung ist Teil des Systems.

Der wöchentliche Rhythmus

Ein Vorbereitungsblock pro Woche: 50 Adressen recherchieren und auf fünf Listen zu je zehn verteilen. Montag bis Freitag täglich eine Liste abarbeiten.

Der Vorbereitungsblock liegt dort, wo die Konzentration für Recherche ohnehin passt — typischerweise Montagmorgen oder Freitagnachmittag —, nie in der wertvollen Vormittagszeit, die den Anrufen gehört.

Die volle Wirkung entsteht in Kombination mit der lex-trigger-akquise: Die zehn Adressen werden nicht zufällig gewählt, sondern nach Anlass qualifiziert — neue Geschäftsführung, Betriebserweiterung, angekündigter Relaunch. Damit steigt die Terminquote um ein Vielfaches gegenüber der ungefilterten Liste.

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. CRM-Pflege zwischen den Anrufen. Zerstört das Momentum. Immer diktieren, nie tippen.
  2. Die Liste kürzen, wenn es zäh wird. Nach dem siebten Anruf kommt „eigentlich reicht's" — genau dann wirkt der Warmlauf-Effekt am stärksten. Bis zehn durchziehen.
  3. Vorbereitung in die Akquisezeit legen. „Ich recherchiere kurz die nächste Firma" — und zwischen zwei Gesprächen vergehen zwanzig Minuten.
  4. Ohne Anlass-Filter arbeiten. Zehn beliebige Adressen kosten dieselbe Überwindung wie zehn gut gewählte, bringen aber einen Bruchteil.

Verwandte Einträge

akquise telefon produktivitaet