Vier Kernkompetenzen im B2B
Auch: Vier Kernkompetenzen im B2B, Akquise-Gespräch-Angebot-Abschluss
Der gesamte B2B-Verkauf lässt sich auf vier Säulen reduzieren — Akquisition, Gesprächsführung, Angebot, Abschluss. Alles andere ist Detail innerhalb dieser vier.
Kategorie: Agentur-Operations / B2B-Vertrieb Autor: Pereta
Kern-Logik
Sämtliche Erfolgsbausteine im Geschäft mit Geschäftskunden lassen sich auf vier Kernkompetenzen zurückführen. Alles andere — Methoden, Werkzeuge, Rhetoriktechniken — ist Detail innerhalb einer der vier. Das Modell ist deshalb Diagnose-Raster und Trainings-Landkarte zugleich.
Die Einordnung ist bewusst breiter als „Verkäufer-Training": Immer weniger Menschen sind klassische Verkäufer — und immer mehr müssen sich und ihre Fähigkeiten verkaufen: Berater, Ingenieure, Handwerksmeister, Solo-Unternehmer. Genau diese vier Kompetenzen bestimmen ihren Erfolg, auch wenn sie sich nie als Verkäufer bezeichnen würden.
Die kritische Erkenntnis: Zwei der vier sind unbeliebt — Akquisition und Abschluss —, weil sie Ablehnung sichtbar machen. Die anderen beiden sind angenehmer, aber ohne die unbeliebten wirkungslos. Die meisten drücken sich genau um diese zwei und werden dadurch insgesamt wirkungslos.
Die vier Kernkompetenzen
- Akquisition — direkten Kontakt zu relevanten Neu- und Bestandskunden herstellen. Das Ziel ist nicht der Termin, sondern die Selektion: erfolgversprechende Chancen finden und ungeeignete aussortieren.
- Gesprächsführung — den Dialog so führen, dass die echten Bedürfnisse und die Entscheidungsbereitschaft sichtbar werden. Über vier Frageformen: Situation → Probleme → Schmerz → Nutzenerwartung.
- Angebot und Präsentation — das Angebot passgenau und attraktiv gestalten: den Kunden abholen, das Ziel formulieren, die Umsetzung beschreiben, Investition und Rendite benennen. Keine Anbieter-Selbstdarstellung.
- Preisverhandlung und Abschluss — zügig zu einer Entscheidung für eine profitable Zusammenarbeit kommen. Die Optionen im Verlauf schrittweise verkleinern. Klare Kaufsignale statt Konjunktive.
Typische Fehler je Kompetenz
| Kompetenz | Typischer Fehler |
|---|---|
| Akquise | mit der Gießkanne, Bittsteller-Haltung, falscher Ansprechpartner |
| Gesprächsführung | Fakten-Verhör, Argumente statt Fragen |
| Angebot | rein tabellarisch, zu viele Optionen |
| Abschluss | Konjunktive, die den nächsten Nachlass geradezu einladen |
Konkrete Anwendungen
- Handwerks-/Industrie-KMU (Pereta-ICP), typisches Profil eines Dienstleisters: Gesprächsführung stark, Angebotsprozess gut — Engpass sind Akquisition (passives Warten auf Anfragen statt aktiver Ansprache) und Abschluss (zu zögerlich im Preisgespräch). Die Reihenfolge ist dann klar: erst Akquise systematisieren, dann Abschluss trainieren. Die beiden unbeliebten sind der Hebel — genau deshalb liegen sie brach.
- Als Gesprächs-Check: Vor jedem Termin bestimmen, welche der vier gerade dran ist. Das verhindert den häufigsten Ablauffehler — ein Angebot zu präsentieren, während eigentlich noch Gesprächsführung fällig wäre.
- Als Selbstdiagnose: Jede Kompetenz von 1 bis 10 bewerten. Das schwächste Glied ist der nächste Hebel, nicht das stärkste.
Wann einsetzen?
- Bei stagnierendem Umsatz als erste Diagnose.
- Im Teamaufbau: pro Quartal einen Schwerpunkt, nicht alle vier gleichzeitig.
- Vor jedem Kundentermin als Ablauf-Kompass.
Häufige Fehler
- Nur Gesprächsführung und Angebot trainieren. Beides ist angenehmer — aber der Funnel endet dann im Nichts, weil vorne nichts hereinkommt und hinten nichts abgeschlossen wird.
- Die vier Stufen vermischen. Wird im Erstgespräch schon über den Preis verhandelt, fehlen zwei Schritte.
- Die Diagnose im Team umgehen. „Unsere Leute müssen besser werden" bringt nichts. Es muss benannt werden, welche der vier bei wem schwach ist.
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