Storytelling-Framework (7 Gesetze)
Auch: Storytelling-Gesetze, 7 Gesetze des Storytellings, Show don't tell
Einordnung: Dieses Kapitel beschreibt ein quellengebundenes Modell oder eine Praxisheuristik. Es verspricht kein bestimmtes Ergebnis; die folgenden Aussagen geben das Modell wieder.
Kern-Logik
Das Quellenmodell nennt sieben Storytelling-Regeln:
- Zeigen statt behaupten — eine beobachtbare Handlung oder Szene statt einer bloßen Eigenschaft nennen.
- Bösewicht vor Held — zuerst das Hindernis verständlich machen; das kann ein Prozessfehler sein und muss keine Person sein.
- Versuch vor Erfolg — Entscheidungen und erfolglose Ansätze zeigen, damit Veränderung nachvollziehbar wird.
- Es-war-einmal-Vorlage — Ausgangslage, Störung, Reaktion und veränderten Zustand verbinden.
- Schwächen zeigen — relevante Grenzen und Lernschritte offenlegen, ohne künstliche Selbstabwertung.
- Tempo wechseln — entscheidende Szenen ausführen und nebensächliche Übergänge verdichten.
- Den Einsatz benennen — erklären, was für die handelnde Person auf dem Spiel steht.
Beispiel
Die folgende Folge illustriert eine erzählerische Struktur. Der Schluss ist ein fiktiver Ausgang; daraus lässt sich weder eine Wirkung der Website noch planbare Nachfrage ableiten.
Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:
- Doch eines Tages sah er die Website eines Kollegen …
- Deshalb beschloss er, selbst eine bauen zu lassen …
- Und deshalb wollte er wissen, worauf dabei zu achten ist …
- Bis endlich wieder Anfragen kamen — und zwar planbar.
Für eine belastbare Fallbeschreibung fehlen davor Ausgangslage, tatsächliche Maßnahme und Nachweis des Ergebnisses. Eine ergänzende fiktive KMU-Szene: In einer Schreinerei treffen unvollständige Projektanfragen ein. Die Inhaberin probiert eine allgemeine Kontaktseite, erkennt die fehlenden Angaben und ergänzt verständliche Fragen zum Vorhaben. Die Geschichte kann diesen Lernweg zeigen. Ob anschließend passendere Anfragen eintreffen, muss gesondert geprüft werden.
Wann einsetzen?
Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:
- In jedem längeren Text — als Klammer, nicht als Dekoration.
- Auf Verkaufsseiten als Struktur der Fallbeschreibung.
- Nicht als Umweg bei einer knappen Sachauskunft oder Handlungsanweisung; dort können klare Angaben unmittelbar hilfreicher sein.
Abgrenzung
Das Modell ordnet Aufmerksamkeit durch Zusammenhang und erkennbare Folgen. Eine Geschichte ersetzt keinen Beleg: Erzählte Reihenfolge beweist keine Ursache. Voraussetzungen sind eine verständliche Ausgangslage, relevante Entscheidungen und ein nachvollziehbarer Zusammenhang. Anders als das Szenario-Quiz erzählt sie einen Verlauf; das Quiz fordert das Gegenüber zu eigenen Antworten auf.
Häufige Fehler
Im Quellenmodell gelten folgende Punkte:
- Story ohne Bösewicht. Gegenmittel: ein konkretes Hindernis benennen, statt Menschen zu Feindbildern zu machen.
- Der perfekte Held. Gegenmittel: tatsächliche Unsicherheiten, Grenzen und Lernschritte einbeziehen.
- Einen erfundenen Verlauf als Kundenfall präsentieren. Gegenmittel: illustrative Beispiele als fiktiv kennzeichnen und tatsächliche Fallbeschreibungen mit überprüfbaren Beobachtungen verbinden.
- Zeitliche Abfolge mit Wirksamkeitsnachweis verwechseln. Gegenmittel: alternative Erklärungen und Bedingungen des Ergebnisses mitbetrachten.
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Im Quellenmodell gelten folgende Punkte: