Storytelling-Framework (7 Gesetze)

Auch: Storytelling-Gesetze, 7 Gesetze des Storytellings, Show don't tell

Geschichten sind der schnellste Weg von Aufmerksamkeit über Vertrauen zum Verkauf — sieben Gesetze, die das gesamte Handwerk auf das Notwendige verdichten.

Kategorie: Content Autor: Pereta

Kern-Logik

Die Grundkette lautet: Aufmerksamkeit → Vertrauen → Verkauf. Ohne Story keine Aufmerksamkeit, ohne Aufmerksamkeit kein Vertrauen, ohne Vertrauen kein Kauf. Wer mit Merkmalen und Daten einsteigt, hat die Kette gleich am Anfang durchtrennt. Geschichten springen dagegen direkt auf den Relevanzfilter des Gehirns.

Die sieben Gesetze:

  1. Show, don't tell. Zeigen statt behaupten.
  2. Bösewicht vor Held. Der Gegner treibt den Plot, nicht der Held.
  3. Versuch vor Erfolg. Filme zeigen 90 Minuten Kampf und zwei Minuten Sieg — nicht umgekehrt.
  4. Die Es-war-einmal-Vorlage. Eine universelle Sechs-Schritt-Struktur (unten).
  5. Schwächen zeigen. Ein makelloser Held ist unglaubwürdig und unsympathisch.
  6. Tempo wechseln. Rhythmus schlägt Gleichförmigkeit.
  7. Den Einsatz benennen. Was steht auf dem Spiel? Ohne Risiko keine Spannung.

Psychologisch funktioniert das, weil Geschichten den Hörer in den Protagonisten hineinversetzen: Reine Fakten aktivieren wenige Gehirnareale, Geschichten deutlich mehr. Wer eine gute Story gehört hat, hat die Erfahrung fast selbst gemacht — und lässt sich schwerer zurück in die Skepsis reden.

Beispiel

Das klassische Beispiel für Show, don't tell stammt aus dem Jahr 1854: Der Erfinder einer Aufzug-Notbremse ließ auf einer Weltausstellung vor Publikum die Seile seiner Plattform kappen. Statt über die Sicherheit zu reden, zeigte er sie. Kein Werbetext der Welt hätte so überzeugt — die Folge war die Akzeptanz des Personenaufzugs und damit die Möglichkeit, in die Höhe zu bauen.

Die Es-war-einmal-Vorlage als Mini-Gerüst für beliebigen Content:

  1. Es war einmal ein Betrieb mit 30 Jahren Erfahrung …
  2. Jeden Tag verlor er Anfragen an jüngere Konkurrenz …
  3. Doch eines Tages sah er die Website eines Kollegen …
  4. Deshalb beschloss er, selbst eine bauen zu lassen …
  5. Und deshalb wollte er wissen, worauf dabei zu achten ist …
  6. Bis endlich wieder Anfragen kamen — und zwar planbar.

Dasselbe Gerüst tragen Drehbücher, Märchen und Werbespots. Es ist keine Masche, es ist die Form, in der Menschen Erfahrung speichern.

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Story ohne Bösewicht. Ein Held gegen nichts ist langweilig. Der Gegner des Kunden — veraltete Website, Unsichtbarkeit, Preisdruck — muss benannt werden.
  2. Nur den Erfolg zeigen. „Wir haben in vier Wochen geliefert" ist keine Geschichte. „Wir haben drei Entwürfe verworfen, bevor der vierte saß" ist eine.
  3. Der perfekte Held. Makellosigkeit wirkt unglaubwürdig. Eine echte Schwäche erzeugt Sympathie.
  4. Konstantes Tempo. Wer 2.000 Wörter im gleichen Rhythmus schreibt, verliert den Leser. Kurze Sätze. Dann wieder ein längerer, der Raum lässt. Dann zack, zack.

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