Setter-Closer-Prinzip

Auch: Setter-Closer, Setter-Closer-Prinzip, Setter-Closer-Modell, Vorqualifizierung, Arbeitsteilung im Vertrieb

Arbeitsteilung im Vertrieb: Der Setter qualifiziert, der Closer schließt ab — wie im Fußball, wo der Mittelfeldspieler den Ball holt und dem Stürmer vorlegt, damit dieser frisch vor dem Tor ankommt.

Kategorie: Akquise & Vertriebsorganisation Autor: Pereta

Kern-Logik

Richtig gute Abschließer sind selten. Wer einen hat, will ihn nicht mit unqualifizierten Kontakten verheizen — denn drei Stunden mit einem Interessenten ohne Kaufabsicht sind drei Stunden, die nicht am echten Deal gearbeitet wurden. Dafür braucht es einen vorgeschalteten Filter: den Setter. Das Bild dahinter ist das Fußballspiel — der Stürmer, der sich den Ball in der eigenen Hälfte holt, kommt müde im Strafraum an. Der Closer muss frisch sein, wenn das Abschlussgespräch kommt; die Vorarbeit macht jemand anderes.

Der Setter qualifiziert:

Der Closer schließt ab:

Der Hebel in einer Zahl: Bei strikter Vorqualifizierung werden im finalen Abschlussgespräch Quoten von 60 bis 80 Prozent erreicht. Das ist ein Benchmark unter klaren Ausschlusskriterien, kein allgemeines Versprechen — er gilt genau dann, wenn der Setter sauber filtert und dokumentiert, wer nicht durchgereicht wird.

Der Workflow

  1. Kontakt kommt rein (Anfrage, Event, Download).
  2. Setter meldet sich: „Danke für Ihr Interesse. Um zu schauen, ob das für uns beide passt — darf ich Ihnen ein paar Fragen stellen?"
  3. Setter qualifiziert: Budget? Bedarf? Zeitrahmen? Entscheidungsbefugnis?
  4. Nicht qualifiziert → Alternativlösung oder Nurture-Liste.
  5. Qualifiziert → Termin mit dem Closer (oder direkte Verbindung, wenn der Kalender passt).
  6. Closer übernimmt den vorqualifizierten Kontakt und schließt ab.

Die Übergabe ist kritisch: Der Setter briefet den Closer schriftlich und kündigt dem Kunden den Wechsel an. Ohne sauberes Briefing beginnt der Closer bei null.

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Variable für den Setter einführen. Der klassische Management-Instinkt, der das System zerstört — Setter gehört aufs Fixum.
  2. Der Closer qualifiziert selbst nach. Dann war die Setter-Arbeit umsonst und der Kunde fühlt sich verhört — der Closer vertraut der Vorarbeit.
  3. Zu früh skalieren. Bei zwei Kontakten pro Woche erzeugt ein Setter nur Leerlauf; das Modell lebt vom Volumen.

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