GROW- und FUEL-Modell
Auch: GROW-Modell, FUEL-Modell, Coaching-Gesprächsrahmen, Lösungsorientierte Gesprächsführung, Discovery-Rahmen
Zwei lösungsorientierte Gesprächsrahmen, die ein Gespräch vom Ziel über die Lage zu den Optionen und dem konkreten Weg führen. Als Discovery- und Coaching-Raster gedacht, nicht als starres Frageskript.
Kategorie: Discovery & Gesprächsführung Autor: Pereta
Kern-Logik
Ein gutes Beratungs- oder Discovery-Gespräch folgt keiner Fragenliste, sondern einer Bewegung: vom Ziel des Gegenübers über die ehrliche Lage zu den Möglichkeiten und dem nächsten Schritt. Zwei Rahmen strukturieren diese Bewegung.
GROW:
- Goals — Was ist das Ziel? Was soll am Ende erreicht sein?
- Reality — Wie ist die aktuelle Lage, ehrlich betrachtet?
- Options — Welche Wege gibt es dorthin?
- Way Forward — Welcher Weg wird konkret gegangen, mit welchem ersten Schritt?
FUEL:
- Frame — den Gesprächsrahmen und das Thema klären.
- Understand — die Situation und Sicht des Gegenübers wirklich verstehen.
- Explore — gemeinsam Möglichkeiten und Ansätze durchgehen.
- Lay out a plan — einen konkreten Plan festlegen.
Beide führen dieselbe Grundbewegung, mit anderem Einstieg: GROW startet beim Ziel, FUEL beim Rahmen und Verstehen. FUEL nimmt sich mehr Zeit für das Verständnis, bevor es zu Optionen geht — hilfreich, wenn die Lage komplex oder das Gegenüber noch unentschlossen ist. GROW ist direkter, wenn das Ziel schon klar ist.
Der entscheidende Punkt: Beide sind Raster, kein starres Skript. Wer die Buchstaben mechanisch abarbeitet, verhört; wer sie als innere Landkarte nutzt, führt ein natürliches Gespräch, das trotzdem nichts Wichtiges auslässt.
Für eine Agentur sind das Führungsschienen für Erst- und Beratungsgespräche — und ein Werkzeug für KMU-Vertriebe, deren Gespräche ohne roten Faden verlaufen.
Konkrete Anwendungen
- Pereta-Erstgespräch (ICP-nah): Das Gespräch folgt der Bewegung Ziel → Lage → Optionen → Weg, ohne wie ein Fragebogen zu wirken — der Kunde führt, das Raster hält den Faden.
- KMU-Vertrieb: Der Rahmen gibt unstrukturierten Verkaufsgesprächen einen roten Faden, ohne sie in ein Skript zu zwängen.
- Komplexe Lage: Bei unentschlossenen Gegenübern wird der verstehens-lastige Einstieg (Frame, Understand) gewählt, bevor Optionen kommen.
Wann einsetzen?
- In Erst- und Beratungsgesprächen — als innere Landkarte für den Gesprächsverlauf.
- Bei klarem Ziel — der direktere, zielorientierte Einstieg.
- Bei komplexer oder unklarer Lage — der verstehens-lastige Einstieg zuerst.
Häufige Fehler
- Das Raster mechanisch abarbeiten. Wer die Buchstaben durchfragt, verhört statt zu führen.
- Die Lage überspringen. Ohne ehrliche Bestandsaufnahme sind die Optionen Luftschlösser.
- Ohne konkreten Schritt enden. Ein Gespräch ohne festgelegten nächsten Schritt verpufft.
Verwandte Einträge
- lex-kybernetische-12-stufen — die stärker sequenzierte Alternative
- lex-meilenstein-pipeline — der festgelegte nächste Schritt als Evidenz
- lex-dialogprodukt-marktforschung — Verstehen vor Lösung als Grundhaltung