Dialogprodukt-Marktforschung (Das Angebot entsteht im Gespräch mit dem Markt)
Auch: Dialogprodukt-Marktforschung, Angebot aus dem Markt, Minimal Viable Offer, Interview-basierte Angebotsentwicklung, Zielgruppen-Interviews
Bevor ein Angebot fertig gebaut wird, führt man 50 bis 100 strukturierte Zielgruppen-Gespräche, clustert die wiederkehrenden Schmerzen und Wünsche und testet daraus ein minimales, verkaufbares Angebot — das Produkt entsteht im Dialog mit dem Markt, nicht aus interner Verliebtheit ins eigene Angebot.
Kategorie: Positionierung & Angebot Autor: Pereta
Kern-Logik
Die häufigste Ursache für ein Angebot, das sich nicht verkauft, ist einfach: Es wurde im Inneren erdacht, nicht am Markt geprüft. Man baut, was man selbst für gut hält, verliebt sich hinein — und trifft am Ende einen Bedarf, den niemand hat. Dialogprodukt-Marktforschung setzt davor eine Pflichtstufe: zuhören, bevor gebaut wird.
Der Ablauf:
- 50 bis 100 strukturierte Gespräche. Mit echten Vertretern der Zielgruppe, entlang eines festen Leitfadens, damit die Antworten vergleichbar bleiben. Es geht nicht um Verkauf, sondern um Verstehen.
- Schmerzen und Wünsche clustern. Aus den Gesprächen fallen wiederkehrende Muster heraus — die Probleme, die immer wieder genannt werden, und die Sprache, in der die Zielgruppe sie beschreibt.
- Minimal verkaufbares Angebot testen. Aus den Clustern entsteht das kleinste Angebot, das den drängendsten Schmerz löst — und wird sofort am Markt getestet, nicht erst nach Monaten Ausbau.
Der Gewinn ist doppelt: Das Angebot trifft einen echten, belegten Bedarf statt einer Annahme. Und man bekommt die Sprache der Zielgruppe geschenkt — genau die Wörter, mit denen später Copy und Verkaufsgespräch funktionieren.
Für eine Agentur ist das die Grundlage jeder tragfähigen Positionierung — und ein starkes Beratungsangebot für KMU, die ein Produkt haben, das „eigentlich super ist", sich aber nicht verkauft.
Konkrete Anwendungen
- KMU vor Produkt-Launch (Pereta-ICP): Statt das neue Angebot direkt zu bauen, werden erst Zielkunden befragt — das Angebot entsteht aus ihren Worten.
- Pereta-Positionierung: Die Pakete werden an echten Gesprächen mit der Zielgruppe geschärft, nicht am Schreibtisch (verzahnt mit lex-akquise-audit).
- Copy-Grundlage: Die geclusterte Sprache der Zielgruppe wird zum Rohstoff für Website- und Verkaufstexte.
Wann einsetzen?
- Vor jedem neuen Angebot oder Produkt — als Schutz gegen das im Inneren erdachte Angebot.
- Bei einem Angebot, das sich zäh verkauft — meist trifft es einen angenommenen statt belegten Bedarf.
- Zur Schärfung der Zielgruppen-Sprache — bevor Texte und Kampagnen entstehen.
Häufige Fehler
- Verkaufen statt zuhören. Wer die Gespräche als getarnten Pitch führt, bekommt Höflichkeit statt Wahrheit.
- Zu wenige Gespräche. Fünf Interviews liefern Anekdoten, keine Muster — die Menge macht die Cluster belastbar.
- Das fertige Produkt trotzdem bauen. Wer die Erkenntnisse ignoriert und beim ursprünglichen Plan bleibt, hätte sich die Gespräche sparen können.
Verwandte Einträge
- lex-akquise-audit — echtes Verstehen des Kunden vor dem Angebot
- lex-north-star-metric — messen, ob das Angebot wirklich Nutzen stiftet
- lex-drei-warum-fragen — den eigentlichen Schmerz hinter der ersten Antwort finden