C-ROI-D1 (Cash Return on Invest, Tag Eins)
Auch: C-ROI-D1, Cash Return on Invest Day One, Cash-ROAS, Tag-1-Cash-Rendite, Cash-basierte Werbekennzahl
Eine cash-basierte Werbekennzahl: Sie misst nicht buchhalterischen Umsatz, sondern das am ersten Rechnungstag tatsächlich eingegangene Geld im Verhältnis zu den Werbekosten — Werbung wird an echtem Zahlungseingang gemessen, nicht an Versprechen.
Kategorie: Funnel & Kennzahlen Autor: Pereta
Kern-Logik
Viele Werbekennzahlen lügen, weil sie mit gebuchtem Umsatz rechnen, der teilweise nie als Geld ankommt: Raten platzen, Kunden stornieren, Rechnungen bleiben offen. Eine Kampagne sieht auf dem Papier profitabel aus und entzieht dem Unternehmen trotzdem Liquidität. C-ROI-D1 schließt diese Lücke, indem es nur echtes Geld zählt.
Die Rechnung:
- Zähler: das am ersten Rechnungstag tatsächlich eingegangene Geld — inklusive angezahlter Raten, abzüglich erwarteter Zahlungs- und Stornoausfälle.
- Nenner: die eingesetzten Werbekosten.
Das Ergebnis ist eine Prozentzahl, die sagt: Wie viel echtes Geld holt jeder Werbe-Euro am Tag eins zurück? Als Orientierung dient ein Zielwert über 500 Prozent; die genannte Untergrenze liegt bei rund 120 Prozent — kalkuliert mit einem Ausfallpuffer von etwa 20 Prozent. Unter dieser Grenze finanziert die Kampagne sich nicht selbst und zehrt an der Liquidität.
Der Wert der Kennzahl ist die Ehrlichkeit: Sie unterscheidet Werbung, die Cashflow erzeugt, von Werbung, die nur Umsatz verspricht. Damit ist sie eng verwandt mit dem Blick auf Deckungsbeitrag statt Umsatz (siehe lex-north-star-metric) — beide fragen nicht „wie groß sieht es aus", sondern „was bleibt wirklich".
Für eine Agentur ist C-ROI-D1 ein scharfes Steuerungsinstrument für Werbebudgets — und ein Beratungsthema für KMU, die Kampagnen skalieren, ohne zu wissen, ob sie damit Geld verdienen oder nur Umsatz vorschieben.
Konkrete Anwendungen
- KMU mit Werbebudget (Pereta-ICP): Eine Kampagne wird nicht nach Umsatz, sondern nach eingegangenem Geld am Tag eins bewertet — skaliert wird nur, was echtes Cash zurückholt.
- Pereta-Steuerung: Werbe-Investitionen für Kunden werden an einer cash-basierten Kennzahl gemessen, nicht an schön aussehendem Buchungsumsatz.
- Skalierungs-Entscheidung: Erst wenn C-ROI-D1 stabil über der Untergrenze liegt, wird das Budget erhöht.
Wann einsetzen?
- Bei bezahlter Werbung mit Raten- oder Abo-Zahlungen — dort, wo gebuchter und eingegangener Umsatz stark auseinanderfallen.
- Vor jeder Budget-Skalierung — als Gewähr, dass mehr Ausgaben mehr Cash und nicht mehr Loch bedeuten.
- Bei Liquiditätsdruck — wenn Umsatz da ist, aber kein Geld ankommt.
Häufige Fehler
- Mit gebuchtem statt eingegangenem Umsatz rechnen. Genau die Zahlungsausfälle, die die Kennzahl abziehen soll, werden sonst ignoriert.
- Den Ausfallpuffer weglassen. Ohne realistische Storno- und Ausfallannahme ist der Wert wieder geschönt.
- Unter der Untergrenze skalieren. Mehr Budget auf eine Kampagne, die kein Cash zurückholt, beschleunigt nur das Liquiditätsproblem.
Verwandte Einträge
- lex-north-star-metric — echtes Ergebnis statt schön aussehender Zahl
- lex-cashflow-business — Liquidität vor Buchungsumsatz
- lex-conversion-rate — die Wirkungszahl vor der Cash-Betrachtung