Die zehn Fragearten

Auch: Die zehn Fragearten, ein Vertriebs-Trainer Fragetechnik, Noa-Technik

Das Minimal-Arsenal: Von über fünfzig möglichen Fragearten reichen zehn — aber die muss man wirklich beherrschen, sonst ist Einwandbehandlung unmöglich.

Kategorie: Discovery / Fragetechnik / Einwandbehandlung Autor: Pereta

Kern-Logik

Zu unterscheiden sind Fragearten (die einzelne Frage) und Fragetechnik (wie man sie kombiniert). Der Kernsatz: Einwandbehandlung funktioniert nur, wenn diese zehn Fragearten sitzen.

Die Liste ist bewusst minimal gehalten und folgt dem lex-bruce-lee-prinzip: Drei bis vier Techniken zehntausendmal geübt schlagen fünfunddreißig Techniken einmal ausprobiert.

Charakteristisch ist die Sortierung vom Abschluss her gedacht: Welche Frage bringt den Kunden vom Interesse zur Unterschrift? Deshalb sind Bedingungsfrage, Alternativfrage und die Noa-Technik stark gewichtet. Die Suggestivfrage bleibt ausdrücklich auf die Einwandbehandlung beschränkt — überall sonst schadet sie.

Die 10 Fragearten

  1. Geschlossene Frage — Ja/Nein. Nicht in der Bedarfsermittlung, aber unverzichtbar beim Abschluss: „Haben wir einen Deal?"
  2. Offene Frage — die W-Frage, damit Informationen fließen: „Was ist Ihnen dabei am wichtigsten?"
  3. Alternativfrage — X oder Y. Entfernt das „ob überhaupt": „Passt Ihnen Dienstag oder Donnerstag?"
  4. Bedingungsfrage — „Wenn wir das passend machen: Sind wir im Geschäft?" Pflicht vor jedem Preisgespräch und jedem Angebotsversand.
  5. Meinungsfrage — erzeugt Kaufbereitschaftssignale: „Wie klingt das für Sie?"
  6. Hypothetische Frage — „Einmal angenommen, …". Bewegt den Kunden in eine Position, ohne ihn festzunageln.
  7. Suggestivfrageausschließlich in der Einwandbehandlung: „Sie wollen doch auch, dass es hält?"
  8. Rhetorische Frage — als Ersatz für ein Argument: „Warum arbeiten so viele Betriebe inzwischen so? Weil …"
  9. Kontrollfrage — „Habe ich alles aufgenommen, was Ihnen wichtig ist?" Verhindert die späte Überraschung.
  10. Noa-Technik („nur oder auch") — Abschlusstechnik, bei der der Kunde nein sagen kann und trotzdem kauft: vom Allgemeinen über das Konkrete zum Zuschlag.

Zuordnung zu Gesprächsphasen

Phase Kernfragen
Einstieg offen, Meinung
Bedarfsermittlung offen, hypothetisch
Argumentation rhetorisch, Meinung
Vor-Abschluss Bedingung, Kontrolle
Abschluss Alternativ, Noa, geschlossen
Einwand suggestiv, hypothetisch

Konkrete Anwendungen

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Die Bedingungsfrage weglassen und das Angebot blind verschicken. Der häufigste Fehler überhaupt — und der teuerste, weil er unsichtbar bleibt.
  2. Die Suggestivfrage außerhalb der Einwandbehandlung einsetzen. In der Bedarfsanalyse wirkt sie plump und zerstört Vertrauen.
  3. Die Kontrollfrage vergessen. Ohne sie kommt am Ende zuverlässig das „Ach, eines noch …".

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