Pinpointing

Auch: Pinpointing, Verständnistesten, Zusammenfassen, Punktgenau kommunizieren

Die Klarheitstechnik aus der Vertriebsforschung: Spitzenverkäufer verbringen rund 17 Prozent ihrer Gesprächszeit mit Verständnistesten und Zusammenfassen — doppelt so viel wie der Durchschnitt. Genau deshalb halten ihre Vereinbarungen.

Kategorie: Discovery / Kommunikation / Verhandlung Autor: Pereta

Kern-Logik

Das zugrundeliegende Modell ist die klassische Bedeutungstreppe der Kommunikationsforschung:

Gedacht heißt nicht gesagt. Gesagt heißt nicht gehört. Gehört heißt nicht verstanden. Verstanden heißt nicht einverstanden.

Auf jeder Stufe geht Information verloren. In Verhandlungen summieren sich diese Verluste — und die teuren Nachverhandlungen entstehen fast immer aus Missverständnissen, die drei Tage vorher mit einem Zwei-Sekunden-Satz auszuräumen gewesen wären.

Das Bild dazu: Eine Verhandlung ohne Pinpointing ist wie eine vierspurige Autobahn ohne Fahrbahnmarkierung. Kann man machen. Irgendwann kracht es.

Die Dosis ist vermessen. Große Verhaltensstudien im Vertrieb haben die Zeitanteile ausgezählt:

Verständnistesten Zusammenfassen Summe
Spitzenverkäufer 9,7 % 7,5 % 17,2 %
Durchschnitt 4,1 % 4,2 % 8,3 %

Der Nutzen sättigt bei rund 17 Prozent. Darüber bringt es nichts mehr, darunter rutschen Gespräche unbemerkt ins Missverständnis.

Die zwei Komponenten

Verständnistesten

Wichtige Aussagen und Zusagen der Gegenseite zurückspiegeln, bevor sie als vereinbart behandelt werden:

Zusammenfassen

In Abständen den Stand auf den Punkt bringen — nicht erst am Ende:

Konkrete Anwendungen

Nach jedem Leistungsblock im Angebotsgespräch zurückspiegeln:

„Verstehe ich richtig: fünf Seiten, für Mobilgeräte optimiert, mit Kontaktformular und Anbindung an Ihr System?"

Das hält den Leistungsumfang sauber und verhindert genau die Nachforderungen, die später jede Kalkulation zerlegen. Im Projektgeschäft ist das der wirtschaftlich wertvollste Satz überhaupt — er kostet zwei Sekunden und spart regelmäßig Tage.

Im Handwerks- und Industrieumfeld doppelt wichtig, weil dort mündlich vereinbart und schriftlich abgerechnet wird. Was nicht zurückgespiegelt wurde, existiert später in zwei Versionen.

Alle 15 bis 20 Minuten gehört in längeren Gesprächen eine Zusammenfassung als Ankerpunkt.

Bei Videoterminen: zwei bis drei Formulierungen sichtbar neben den Bildschirm legen. Niemand sieht es — und es wirkt sofort.

Wann einsetzen?

Häufige Fehler

  1. Zu wenig davon. Unter zehn Prozent wirkt das Gespräch flüssig und verliert auf der Zielgeraden. Die vermeintlich gesparte Zeit kommt vielfach als Nacharbeit zurück.
  2. Jeden Halbsatz prüfen. Über 17 Prozent wird es unangenehm. Pinpointing braucht Gespür für die Knotenpunkte, nicht reflexhaftes Dauerfragen.
  3. Immer dieselbe Formulierung. „Habe ich Sie richtig verstanden" zum zehnten Mal klingt mechanisch. Zwei bis drei Varianten pro Komponente vorbereiten.

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