Smarketing-Vertrag (Sales-Marketing-Alignment)
Auch: Smarketing-Vertrag, Sales-Marketing-Alignment, Marketing-Vertrieb-SLA, SQL-Definition
Die schriftlich fixierte Übereinkunft, die Marketing und Vertrieb an einen gemeinsamen Umsatz koppelt — statt sie sich gegenseitig die Schuld für ausbleibende Ergebnisse zuschieben zu lassen.
Kategorie: Agentur-Operations & Skalierung Autor: Pereta
Kern-Logik
Der teuerste Reibungsverlust in vielen Unternehmen sitzt zwischen Marketing und Vertrieb. Marketing liefert Leads, Vertrieb nennt sie schlecht; Vertrieb lässt Leads liegen, Marketing nennt sie unbearbeitet. Beide messen sich an unterschiedlichen Zahlen und optimieren aneinander vorbei. Der Smarketing-Vertrag beendet das, indem er drei Dinge verbindlich festlegt:
- Gemeinsame Umsatz-OKRs — beide Teams werden an derselben Ergebnisgröße gemessen, nicht an Leads hier und Abschlüssen dort. Ein Ziel, zwei Abteilungen.
- Eine gemeinsame CRM-Datenbasis — eine Wahrheit über jeden Lead, für beide sichtbar. Kein „mein System, dein System".
- Ein Service Level Agreement (SLA) mit exakten Definitionen:
- Was genau ist ein qualifizierter Lead (SQL)? — kein Bauchgefühl, sondern klare Kriterien.
- Wie schnell muss der Vertrieb reagieren? — Reaktionszeit als vereinbarte Pflicht (siehe lex-speed-to-lead).
- Was fließt zurück ans Marketing — und in welchem Format? — O-Töne, Einwände und Qualitätsfeedback aus den Gesprächen, damit Marketing lernt, was wirklich verkauft.
Der letzte Punkt ist der unterschätzte: Der Rückkanal vom Vertrieb ins Marketing macht aus zwei Silos einen Lernkreislauf. Marketing erfährt, welche Leads schlecht waren und warum — und kann nachschärfen.
Für eine Agentur ist das ein starkes Beratungs- und Retainer-Thema: Der Smarketing-Vertrag ist die organisatorische Grundlage, ohne die jede Lead-Generierung im Reibungsverlust versickert.
Konkrete Anwendungen
- KMU mit Vertriebsteam (Pereta-ICP): Bevor mehr Leads erzeugt werden, wird geklärt, was ein SQL ist und wie schnell darauf reagiert wird — sonst verpufft der Mehr-Lead-Effekt.
- Pereta-Angebot: Der Smarketing-Vertrag ist der organisatorische Unterbau der „Externen Fachabteilung" — die Verzahnung, die Marketing-Leistung erst wirksam macht.
- Reporting: Ein gemeinsames Dashboard auf die geteilte Umsatzgröße ersetzt die getrennten Abteilungs-Reportings.
Wann einsetzen?
- Sobald Marketing und Vertrieb getrennt arbeiten — die Naht dazwischen ist fast immer die größte Leckstelle.
- Vor der Skalierung der Lead-Menge — erst die Naht dichten, dann mehr durchschicken.
- Bei „die Leads sind schlecht" vs. „die Leads werden nicht bearbeitet" — der Vertrag löst den Dauerkonflikt durch Definition.
Häufige Fehler
- SQL nicht definieren. Ohne klare Lead-Definition streiten beide Seiten weiter über Geschmack.
- Keinen Rückkanal einrichten. Ohne Feedback aus den Gesprächen lernt Marketing nichts — der Kreislauf bleibt offen.
- Getrennte Kennzahlen behalten. Solange jeder seine eigene Zahl optimiert, bleibt die Naht undicht.
Verwandte Einträge
- lex-speed-to-lead — die Reaktionszeit ist ein Kernbestandteil des SLA
- lex-lead-scoring — die Mechanik hinter der SQL-Definition
- lex-north-star-metric — die gemeinsame Ergebnisgröße, an der beide hängen